Weibliche Lust ab 40: sexy, wild und sinnlich! Oder etwa nicht?

 

Dieses spannende Thema greift Gela Löhr auf ihrer Seite lemondays.de im Rahmen einer wirklich sehr sinnlichen Blogparade auf und ich freue mich sehr, mit dabei sein zu dürfen.

Den ganzen November über -30 Tage lang- werden mutige Frauen über die weibliche Lust mit all ihren Facetten jenseits der 40 berichten. Gestern legte Anandi Iris Mittnacht  schon einen fulminanten Start hin, indem sie auf ihrer Seite wache-weiblichkeit.de einen tollen Artikel über die weibliche Energie und die eigenverantwortliche Lust veröffentlicht hat. Sehr spannend und lesenswert! 

Also Mädels: Let’s talk about Sex

Ich mag das Wort „Sinnlichkeit“!

Aber mich wirklich sinnlich fühlen, das tue ich mich erst, seitdem ich die Zahl vier vor Zahl Null stehen hatte. Inzwischen bin ich sogar schon über 50, aber immer noch jung genug um bereit zu sein, jederzeit unentdecktes Neuland zu betreten, was meine eigene Sexualität angeht.

Sex fand ich schon immer gut, aber irgendwie auch nur so Okay. Doch heute ist das zum Glück anders. Ich weiß nun um meine Bedürfnisse und wie ich diese ausleben möchte. 

Mit Anfang 20 hätte ich niemals so offen über die eigene Lust reden können. Viel zu peinlich wäre es mir gewesen, meinem Partner gegenüber so ehrlich zu sein und vielleicht auch mal zu sagen:

„Hey, ich habe jetzt Bock auf dich.“

Dementsprechend sah auch der Sex zwischen uns aus. Eben nicht wild und sinnlich, sondern langweilig und fast ein wenig prüde. Und das nur, weil ich mich nicht so geben konnte, wie mir eigentlich innerlich danach war.

Ich brauchte ein paar Jahre um mich sexuell zu revolutionieren und heute traue ich mich, mich so zu zeigen und zu geben wie ich bin. Sexualität hat dadurch für mich eine ganz andere Qualität bekommen und ich finde es spannend, Erotik in vollen Zügen auszuleben und auch genießen zu können. Für mich ist dieses Thema nicht mehr schamhaft besetzt – im Gegenteil! Ich fühle mich heute mit 50+ sexuell wesentlich jünger – oder verjüngt – als viele Jahrzehnte davor.

Klar, der eigene Körper ist nicht mehr der, wie er einst mit 20 war. Auch bei mir hat die Schwerkraft zugeschlagen nach drei Schwangerschaften und an meiner Brust nuckelnden Kindern. Aber muss ich deshalb meine Brüste verstecken oder mich für sie schämen, nur weil ich jetzt garantiert nicht mehr die Gewinnerin bei einem „Oben-Ohne-Wettbewerb“ wäre?

Nee, will ich nicht! Viel lieber möchte ich, dass meine Brüste Mitspieler bei einem aufregendem Liebesspiel mit dem Partner sind und nicht auf der Ersatzbank landen müssen, denn gut anfühlen tun sie sich immer noch und die Zeiten sind vorbei, wo sie entweder meinem Kind als Milchquelle oder Schnuller dienten. Sie sind auch nicht mehr regelmäßig 1 x pro Monat so schmerzhaft empfindlich, wie es nun mal so ist, kurz vor Einsetzen der Menstruation. Nein, Gott sei Dank hämmern die Wecheseljahre schon an meine Tür, welche laut rufen: „Lass uns endlich rein.“ Hallelujah!

Leider Gottes machen wir Frauen uns viel zu oft den Kopf darum, ob wir auch noch attraktiv genug sind. Die Pölsterchen an Bauch und Taille, die Cellulite am Hintern nicht abschreckend auf den Mann unserer Begierde wirken könnte. Wie dumm eigentlich, denn richtig guter Sex hat nichts damit zu tun, wie straff der Körper ist, sondern wie ich meinen Körper einsetze. Und sich wirklich voll und ganz seinem Partner hingeben kann man nur, wenn der Kopf frei von solchen Gedanken ist, ob Bauch – Beine – Po auch wirklich adrett in Szene gesetzt sind bei Stellung XYZ.

Mich interessiert es bei einem Mann auch nicht, ob er den perfekten Körper hat oder nicht. Hauptsache ich mag diesen gerne anfassen, erspüren, mit all meinen Sinnen ergründen. Was nützt mir ein schöner, muskulöser Körper mit vorhandenem Sixpack, wenn der Mann nicht mit seinen Händen, seinem Mund umzugehen und einzusetzen weiß?

Sich in und mit seinem Körper wohl fühlen hängt nur damit zusammen, wie es innerlich in uns aussieht. Sinnlichkeit und Sex-Appeal ist so viel mehr als ein durchtrainierter Body ohne Dellen, Ecken und Kanten.

Ein gewisser Blick, eine Geste, die Art sich zu Bewegen oder ein Wort. Darin kann so viel erotische Aussagekraft liegen, dessen wir uns vielleicht gar nicht immer bewusst sind. Gemeinsam herzhaft lachen zu können ist auch wichtig und mitunter der Türöffner für leidenschaftlichen Sex, weil man in einer Leichtigkeit ist, die ja so wichtig für den Akt an sich ist. Aber um diese Haltung in mir zu tragen und auch wirklich fühlen zu können, musste ich erst ein paar Lebensjahre hinter mir lassen – schade eigentlich.

Aber Apropos Wort! Warum nicht auch mal ein „Schmutziges“ ? Dirty Talk mit dem Liebsten kann ein aufregendes Vorspiel sein, nur leider trauen sich das immer noch die wenigsten Frauen. Aber man kann ja auch  „dirty“ erotisch schreiben. Whatsapp mal anders gebrauchen als nur zu texten:“Schatz, vergiss bitte nicht die Milch mitzubringen.“ Wie wäre es stattdessen mal damit: „Schatz, schwing deinen Hintern so schnell wie möglich nach Hause, denn ich habe jetzt sofort Lust auf Dich.“

Beim Sex geht es nicht um Leistung, die man abliefern muss, sondern um ein authentisches Miteinander. Die Freude, die Lust an der Berührung. Sich intensiv spüren zu können, wobei es nicht immer nur um das „Rein-Raus-Spiel“ geht oder darum, den tollsten Orgasmus serviert zu kriegen. Ich bekomme regelrecht die Krise, wenn es Männern am Selbstwertgefühl kratzt, wenn sie es nicht geschafft haben, die Frau zum Höhepunkt zu  katapultieren. Sie verstehen es immer noch nicht, dass es bei uns anders läuft als bei ihnen. Und der Sex ist nicht gleich schlecht, selbst wenn das Endergebnis eventuell ausbleibt.

Fragt man Männer, wann für sie eine Frau gut im Bett ist, dann lautet die Antwort garantiert, dass sie dann gut ist, wenn Frau ihre Leidenschaft hemmungslos zeigt und in vollen Zügen auslebt. Und jetzt mal ganz ehrlich, Mädels…was hindert uns daran, dies zu tun? Gerade in dieser Zeit über 40!! Normalerweise sind die Kinder aus dem Gröbsten raus und wir müssen nicht mehr unbedingt befürchten, dass der Nachwuchs herzhaft brüllt, während Mutti sich der totalen Ekstase hingibt.

Und nein, nur weil ich Mutter bin, schwebt auch kein Heiligenschein über meinem Kopf, denn ich bin auch noch eine Frau jenseits der Kindererziehung, Bügelwäsche und Hausarbeit.

Mit 20 war ich jedoch noch nicht in dieser Entspanntheit, dass ich jeden Moment den Kochlöffel in die Ecke geschmissen hätte und die Suppe auf dem Herd meinetwegen anbrennt, nur weil ich mich spontan dazu entschließe, einem Quickie auf dem Küchentisch nachzugehen.

Und ja, liebe Herren…auch Frauen stehen hin und wieder auf die schnelle Nummer zwischendurch ohne langes Vorspiel. Wir sind nämlich gar nicht so anders als die Männer, und uns ist Sex genauso wichtig wie euch. Gerade in der Mitte unseres Lebens, wo es nicht mehr primär darum geht, sich beruflich oder familiär zu Verwirklichen. Jetzt geht es darum, noch mal das nachzuholen, auszuleben und sexuell zu genießen, was wir vielleicht all die Jahre zuvor nicht geschafft haben vor lauter Stress, Arbeit und am Rockzipfel ziehender Kinder.

Ein wenig ungerecht ist es von der Natur schon, dass sie es so gedeichselt hat, dass bei uns Frauen die gelebte Lust meist erst ab 30 so richtig in Gang kommt, während es bei den Herren der Schöpfung schon langsam wieder nachlässt mit der Potenz. Was hat sich Gott eigentlich dabei gedacht, frage ich mich?

Natürlich gibt es auch Männer, die mit über 50 noch echt „fit im Schritt“ sind und selbst wenn nicht; es gibt immer Mittel und Wege um sich genussvoll vergnügen zu können, auch wenn der „kleine Mann“ mal nicht so steht, wie er stehen sollte.

Sex beginnt im Kopf. Dieser hat mitunter auch schon ein paar Falten aufzuweisen, aber innen drinnen ist noch alles straff und auf  „Vollgas“ gepolt.

Und ich will mit Vollgas aktiv sein und nicht mit angezogener Handbremse unterwegs sein in Sachen Sexualität, sondern meine reifen Jahre genießen ohne Schranken im Kopf, die mich moralisch beschränken wollen.

Am liebsten natürlich alles innerhalb einer festen Partnerschaft ausgelebt, denn ich empfinde  Sexualität erst dann wirklich spannend, wenn man sich gemeinsam mit dem Partner entwickelt. Es ist wie ein Prozess, in welchen man sich begibt. Neue Fantasien, die sich vielleicht auftun, weil man sich gegenseitig inspiriert und Neues erfährt. Vertrauen gehört dazu, welches ich nicht bei kurzfristigen Affären oder One-Night-Stands entwickeln kann.

Es gibt garantiert Frauen, die das anders sehen und auch richtig guten Sex mit einem Mann „für gewissen Stunden“ haben und diesen auch nach Ablauf der Zeit wieder gehen lassen können. Da kann ich nur sagen: Wunderbar – genießt es Lady’s! Nur für mich ist das nix, denn ich brauche auch heute noch – in meinen reiferen Jahren – Gefühle, die vorhanden sein müssen um einen Mann auch sexuell zu begehren.

Ansonsten gebe ich auf das Alter kein großes Gewicht, denn Liebe, Lust und Leidenschaft interessiert sich nicht für eine Zahl im Personalausweis. Deshalb: Warum sollten wir Frauen keinen Lover haben, der jünger ist als wir?

Als ich vor zwei Jahren mal mit meiner ältesten Tochter zusammen tanzen war, da hätte ich danach durchaus die Chance gehabt, aus dem Club mindestens zwei 25-jährige „abschleppen“ und mit nach Hause nehmen können, da die Jungs mich echt fleißig angebaggert haben. Ich war schon ein wenig irritiert und verwundert darüber. Meine Tochter lachte nur und meinte: „Mama, du bist eine Milf.“ Ich bin was, fragte ich?

Eine „Mother I’d like to fuck!

Aha! Also eine Art Trophäe für die Jungs, dass sie es geschafft haben, eine ältere, reife Frau klar zu machen. Nee, darauf hatte und habe ich nun auch kein Bock und diesen Begriff „Milf“ finde ich mehr als abtörnend.

Aber diese Entwicklung   – auch wenn sie einem sportlichen Wettkampf gleicht – zeigt uns, dass heutzutage alles möglich ist für uns Frauen jenseits der 40. Und grundsätzlich finde ich es nicht schlimm, wenn man Single ist – frei und ungebunden – und mir läuft ein 20 Jahre jüngerer Mann über den Weg, der es sich mit mir vorstellen kann und ich mir mit ihm. Wo eine sexuelle Anziehungskraft vorhanden ist und ich mich nicht aufgrund meines Alters beschränken lassen muss nach dem Motto: Darf die das?

Klar darf sie! Klar dürfen wir!

Und ich frage euch nochmal: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Ich habe mich für jetzt entschieden und das „Dann“ kann sich gerne auch noch mit einreihen, denn für mich steht fest, dass ich auch noch mit 80 sexuell aktiv sein möchte, wenn Körper und Geist dann noch fit genug sein sollten. Aber dafür werde ich sorgen. Dafür hilft auch gelebte Sexualität, denn diese wirkt wie ein Lebenselixier. Eine Verjüngungskur, welche 1000 Mal wirkungsvoller ist, als jegliche Botoxspritzen dieser Welt.

Weibliche Lust ab 40 – oder etwa nicht? 

Meine Damen, liebe Mädels: Traut euch und sagt nicht nein zu eurer Lust. Unterdrückt sie nicht, sondern lasst sie im hohen Bogen raus.

Das Leben ist zu kurz und viel zu wertvoll, um die eigene Sexualität nicht frei zu leben. Und ich bin fest davon überzeugt, dass eine ausgelebte Lust uns auch gut durch die Wechseljahre bringen wird, weil unsere Hormone keinen Wiener Walzer mehr wollen, sondern nur noch der sinnliche Tango getanzt werden möchte.

In diesem Sinne: Habt Lust, Spaß und Sex bis der Arzt kommt 😉

Morgen können wir uns alle auf einen Artikel von Sunita Ehlers yogareich.de freuen. Ich bin schon sehr gespannt!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.