Phagophobie – Wenn nichts mehr geht

Unsere Seele ist schon ein intelligentes Ding 😉 Und sie ist der Grund, warum der Mensch überhaupt lebt!

Wenn wir sie nicht achten und gut pflegen, wenn wir nicht auf ihre Signale hören, dann sucht sich die Seele schon ihren Weg, damit sie genügend Aufmerksamkeit bekommt. Dann wird sie halt „körperlich.“

Sie fängt an zu kratzen, beißt um sich, sticht, drückt. Kurz gesagt: Sie nervt uns bis zum Umfallen, indem sie uns fiese Schmerzen beschert bis hin zu ernsten Krankheiten. Oder eben wie bei mir, mit einer Phobie daher kommt.

Oh man, hatte sich meine Seele was tolles ausgedacht. Und nein, sie überlegte sich für mich keine bekannte, wie Beispielweise die berühmte Spinnen- oder Klaustrophobie. Ich bekam eine ganz besondere und zu dem noch sehr seltene Phobie geschenkt – die Phagophobie

Der Begriff „Phobie“ definiert sich ja so, dass eine übersteigerte Angst oder Furcht vor etwas besteht, welche an konkrete Dinge, bestimmte auslösende Objekte oder Situationen gebunden ist.

Bei der Phagophobie, auch Schluckangst genannt,  haben die Betroffenen Angst sich beim Essen zu verschlucken und dann daran ersticken könnten. Somit wird jegliche Nahrungsaufnahme zu einem Problem und es reicht  mitunter so weit, dass selbst das Schlucken des eigenen Speichels in Furcht und Schrecken versetzen kann. Ein eigentlich ganz routinemäßiger Vorgang wird zu einem Albtraum, weil die Phobie so existenziell bedrohlich wird.

Ich bin an dieser Angst vor dem Schlucken Anfang 2011 erkrankt. Wie aus dem Nichts und von jetzt auf gleich, nahm die Phagophobie Besitz von mir und breitete sich schön gemütlich in mir aus. Und ja, es gab sogar Tage, da hatte ich Panik davor meinen eigenen Speichel runterschlucken zu müssen.

Natürlich kommt solch eine massive Angststörung nicht von ungefähr. Es ist ein Prozess, der mitunter jahrelang unterbewusst abläuft und in dem berühmten „Tropfen der das „Fass zum Überlaufen bringt“ mündet.

Damals war es bei mir so, dass selbst die Ärzte, welche ich konsultierte, noch nicht mal den Begriff Phagophobie kannten. Ich stieß bei meinen Recherchen im Internet selber auf die Bezeichnung. Wobei ich sagen muss, dass es vor sieben Jahren noch nicht allzu viele Infos über diese Art der Phobie im World Wide Web zu lesen gab, was für mich alles nur noch schlimmer machte.

Ich erinnere mich noch genau an jenen Abend, als es bei mir losging. Ich hatte Tage davor mein Wohnzimmer renoviert und war nun in den letzten Zügen mit dem Umstellen der Möbel. Mein dreijähriger Sohn schlief bereits und ich setzte mich hin um ein Knäckebrot zu essen.

Ich verschluckte mich an einem Bissen, konnte aber diese kleinen, fiesen Krümel, welche fälschlicherweise in meiner Luft- statt Speiseröhre gelandet waren, wieder abhusten. Verschlucken ist nie schön, wir kennen es ja eigentlich alle, da es bestimmt niemanden gibt, dem das noch nicht passiert ist.

Bei mir war der Verschluckungsvorgang eigentlich gar nicht dramatisch und ich konnte die Knäckebrotkrümel auch schnell wieder nach draußen befördern. Doch diese kleinen Brocken reichten aus, dass ich zwei Jahre lang nicht mehr richtig essen konnte (mit kleinen Ausnahmen), außer ich nahm jegliche Nahrung in Breiform zu mir.

Ok, da war es mir nun passiert, dass ich mich verschluckt hatte. An dem besagten Abend machte ich mir eigentlich nicht weiter Gedanken darüber, aber der Appetit war mir trotzdem vergangen.

Am nächsten Morgen stand ich wie gewohnt auf und wollte Frühstücken. Doch im bekam mein Toastbrot nicht runter – ich konnte die Bissen einfach nicht runterschlucken. Trinken ging, also blieb es an dem Morgen lediglich beim Kaffee. Ich konnte es mir nicht wirklich erklären, was mit mir los ist, jedoch schnallte ich irgendwie, dass es mit dem Abend zuvor zu tun haben musste.

Ab da lagen Tage vor mir, an denen ich keine Nahrung mehr zu mir nehmen konnte. Es ging einfach nichts runter, weil panische Angst in mir herrschte, dass ich mich an all dem so sehr verschlucken könnte, dass ich ersticken müsste.

Ich litt unter fürchterlichen Hunger  – was ja mehr als verständlich ist, wenn man aufhört zu Essen – und mein Magen knurrte wie verrückt. Hunger, obwohl massenweise Essen um dich rum liegt, du jederzeit nur Zugreifen müsstest. Doch du tust es nicht. Kannst es nicht. Weil du genau weißt, du kriegst keinen Bissen runter.

Nein, auch vernüftiges Kauen hilft nicht weiter – im Gegenteil! Konzentriert man sich nämlich zu sehr auf den Kauvorgang, dann wird es nur noch schlimmer, der kleine „Brocken“ in deinem Mund immer mehr, bis du diesen im hohen Bogen panisch wieder ausspuckst, anstatt runterzuschlucken.

Heute weiß ich nicht mehr, wie viele Tage vergingen, bis ich überhaupt was Essbares zu mir nehmen konnte. Ich weiß nur noch, dass ich auf der Straße Leute sah, die unterwegs herzhaft in ein Brötchen oder ähnliches bissen und ich sie hungernd, neidisch und tiefst deprimiert dabei beobachtete.

Ein ganz selbstverständlicher Vorgang wie zu Essen ging nicht mehr bei mir. Zu meiner schlimmsten Zeit hatte ich sogar Angst, eine gewöhnliche, wässrige Gemüsebrühe zu mir zu nehmen, weil ich Panik vor den kleinen Schnittlauchkräutern in der Brühe hatte.

Schokolade ging, aber nur eine ganz bestimmte Nougatsorte von der Marke mit der lila Kuh auf der Verpackung. Die ließ ich im Mund so lange schmelzen, bis sie so dünnflüssig war, dass ich sie leicht schlucken konnte. Ich aß bis zu zwei Tafeln am Tag und sie gehörte zu meinem Grundnahrungsmittel, denn sie machte mich wenigstens satt.

Alles andere – wobei zu Beginn nicht wirklich viel zur Auswahl stand – verarbeitete ich zu einem Brei, wie z.B. Kartoffeln. Oder ich kochte mir eine Tomatensuppe.

Zwei besondere Phänomene konnte ich jedoch beobachten:

Morgens, direkt nach dem Aufstehen, wenn mein Gehirn noch nicht so am Arbeiten war…wenn ich dann unmittelbar eine Scheibe Toastbrot mit Marmelade aß, dann ging es fast unproblematisch runter. Ich war in der Lage etwas Festes wie ein Brot zu essen. Jedoch eine zweite Scheibe war unmöglich. Und es war auch unmöglich, sobald ich zu lange mit dem Frühstück wartete. Denn dann war ich schon zu sehr im Denkmodus.

Die zweite Besonderheit war, dass ich bei zwei Menschen aus meinem Umkreis essen konnte. Also wenn diese bei mir waren, dann konnte ich vieles essen, was ich zuvor nicht zu Brei verarbeiten musste. Das war einmal mein Ex-Partner, von dem ich allerdings schon sehr lange getrennt war und die andere Person war meine damalige beste Freundin, die direkt gegenüber von mir wohnt. Bei ihr klappte es sogar weitesgehend, wenn ich nur mit ihr telefonierte während ich aß.

Zum Glück arbeitet sie als Arzthelferin in einer Praxis gleich bei mir um die Ecke. Wenn es mal wieder ganz schlimm war und ich nicht warten konnte, bis sie Feierabend hatte, dann schmierte ich mir ein Brot, packte dieses ein und aß es bei ihr im Wartezimmer. Ansonsten hätte ich den ganzen Tag hungern müssen, bis sie am Abend endlich zu Hause gewesen wäre, um dann mit mir gemeinsam am Telefon zu essen.

Oder aber mein Ex, der Vater meiner großen Kinder, kam am Nachmittag vorbei und saß einfach nur bei mir während ich aß. Er machte meine Phobie auch gar nicht zum Thema. Wollte  mich nicht belehren oder mir ständig damit auf die Nerven gehen, dass ich endlich was dagegen tun müsste. Nein, er war einfach nur da!

Für diese Unterstützung bin ich den beiden auch heute noch unendlich dankbar und bis an mein Lebensende werde ich ihnen diesen Support nicht vergessen!

Aber warum war es so, dass ich essen konnte sobald mein Ex oder meine Freundin in der Nähe waren?

Schon damals war mir bewusst, dass es wegen des Vertrauens war, welches ich zu beiden hatte. Ich wusste, dass sie so kompetent sind, dass sie mich im Notfall Erstickung retten könnten. So blöde es sich anhört, aber so war es. Auch wenn man es sich nur schwer vorstellen kann, aber wenn man unter dieser Phagophobie leidet, dann hat man Todesängsten und fühlt sich permanent in Lebensgefahr, was jetzt nicht übertrieben ist.

Kein Arzt, keine Therapeut konnte mir helfen – im Gegenteil. Sie waren damit selber überfordert, weil diese Phobie zu meiner Zeit der Erkrankung noch recht unbekannt war. Heute ist das zum Glück anders, wie ich beim Recherchieren im Internet erkennen konnte. Mittlerweile gibt es sogar schon Psychotherapeuten, die speziell auf ihrer Website auf diese Phobie hinweisen, dass sie sie behandeln können. Sogar eine Klinik gibt es – Praxisklinik Dr. Weiss in Mannheim – die sich dieser Erkrankung annimmt und erstaunliches herausgefunden hat, welcher Umstand noch dazu führt, dass die Phagophobie Besitz von einer Person ergreifen kann.

Im Laufe der zwei Jahre nahm ich rapide an Körpergewicht ab. So sehr, dass es mich selber schon erschreckte und ich es nicht mehr schön fand – um die 12 Kilo. Natürlich wurde ich von Nachbarn, Freunden und Bekannten auf mein verlorenes Gewicht angesprochen, aber da ich mich für meine Phobie schämte, weil ich mir so dämlich vorkam, griff ich auf Notlügen zurück und erzählte immer irgendetwas von Stress und so.

Es wussten nur eine Handvoll Menschen in meinem Umkreis von meiner Schluckangst. Selbst meinen Eltern erzählte ich nicht davon. Wie gesagt, ich kam mir einfach so doof vor, weil ich etwas so gut wie gar nicht mehr konnte, was für andere eine Selbstverständlichkeit ist.

Somit waren Einladungen, Familienfeste, Treffen mit Freunden für mich ein Graus, wenn der Zeitpunkt kam, wo Essen auf den Tisch kam.

Aber ich hatte ja auch noch Familie zu Hause. Meine jüngste Tochter lebte noch bei mir und mein Sohn. Mein damaliger Partner war bedingt durch seinen Job immer nur am Wochenende zu Hause. Ich musste ja für sie auch Mahlzeiten zubereiten – kochen. Das war nicht immer einfach, denn es gehörte ja auch dazu, dass man die Gerichte abschmeckt und so. Aber im Verlauf, wenn man sich so gut es geht an die Phobie gewöhnt hat, findet man irgendwie Wege und Möglichkeiten.

Nachdem ich leider erfahren musste, dass mir von fachlicher Seite niemand helfen konnte, beschloss ich, die Krankheit zu akzeptieren. Das was ich an Informationen im Internet zusammentragen konnte waren lediglich Kommentare in irgendwelchen Foren von weiteren Betroffenen dieser Art von Phobie. Es gab bereits zu meiner Zeit schon recht viele Menschen, die erkrankt waren. Aber die Dunkelziffer wird damals als auch heute noch recht groß sein.

Was ich dort zu lesen bekam machte mir jedoch nicht wirklich Mut, denn es gab dort Personen, die bereits seit 10 Jahren unter der Phagophobie litten. Und ich konnte keine Erfolgsgeschichten lesen oder wirkliche Tipps, an wen man sich wenden kann, der wirklich kompetent im Umgang mit dieser Angststörung ist.

Auch wenn ich begann zu akzeptieren und ich auch inzwischen schon recht originell in der Zubereitung meiner Nahrung war, so machte ich mir doch Gedanken darum, dass ich viel zu wenig Vitamine oder Ballaststoffe zu mir nehme. Meine Hauptnahrung war nach wie vor Schokolade, helles Toastbrot, Laugencroissonts, Kartoffelbrei.

Am schlimmsten war es, im Sommer auf diverse Obstsorten verzichten zu müssen, wie z.B. Kirschen, Nektarinen, Weintrauben, Äpfel, etc. Lediglich Erdbeeren gingen, da sie sich gut pürrieren ließen. Ich trank diese Frucht also mehr als dass ich sie aß.

Irgendwann kam ich auf die Idee, mir in aus der Apotheke hochkalordarische Trinknahrung zu besorgen. Aber ehrlich gesagt….inzwischen konnte ich all diese breiigen, flüssigen Sachen nicht mehr sehen. Mir fehlte es so sehr, mal ein vernüftiges Schwarzbrot zu essen. Nudeln, Reis oder einen Salat. Alles unmöglich für mich!

Auch der Besuch beim Zahnarzt war eine riesengroße Herausforderung. Musste ich dort nämlich mit geöffnetem Mund sitzen und an meinen Zähnen wurde rumbehandelt, so hatte ich entweder immer Sorge, dass irgendetwas in meiner Luftröhre landen könnte und ein weiteres Problem war, dass sich ja trotz Sauger recht viel Speichel im Mundraum ansammelt, der dann schwierig zu Schlucken war.

Tabletten…auch so ein Thema. Ich muss seit der Geburt meines Sohnes täglich Schilddrüsentabletten einnehmen. Ok, die sind recht klein, das ging soweit, doch größere Tabletten waren eine echte Herausforderung für mich.

Zwei Jahre herrschte die Phagophobie über mich. Nahm mit aller Gewalt Besitz von mir ein und ich fand keinen Ausweg aus dieser brutalen Angststörung. Heute jedoch bin ich wieder gesund – Gott sei Dank! Doch wie kam es dazu?

Mein damaliger Partner, der Vater meines Sohnes, trennte sich Anfang 2013 von mir. Das war so ein großer Schock für mich und resultierend aus diesem Trennungsschmerz wurde ich mir selber egal. Egal, ob ich sterbe oder nicht. Somit konnte ich wieder anfangen zu Essen. Ein Trauma löste also das nächste ab.

Naja, Essen blieb weiterhin ein Problem. Nun jedoch aus dem Grund, weil mein Appetit abhanden ging vor lauter Kummer. Aber wenn ich aß, dann gingen jetzt nach und nach wieder all die Speisen, die zuvor Angst gemacht hatten.

Man sagt, dass Menschen die von ihrer Psyche her eh schon labiler sind und somit auch leichter zu einer Angststörung tendieren als andere, dass diese auch eher an Phobien erkranken können. Auch bei mir war es so, dass ich schon so lange ich denken kann unter Ängsten jeglicher Art gelitten habe.

Viele Dinge und Erlebnisse hatten sich bei mir aufgebaut. Es war wie: immer noch mal ein Stein drauf auf den Stapel. Für Verarbeitung blieb mir eigentlich nie Zeit. So stapelte und stapelte es sich.

Seit der Geburt meines Sohnes, drei Jahre zuvor, litt ich ja eh schon täglich unter Todesangst. (Dieses Thema könnt ihr übrigens hier genauer nachlesen). Ich war rundherum tief traurig und unzufrieden. Meine Seele war wahrscheinlich ziemlich verkümmert deswegen. Irgendwann sagte sie sich dann am besagten Abend im Januar:

„So, jetzt reicht es. Wenn Nicole es nicht schnallt, dass sie was ändern muss, dann brauch sie es wohl knallhart körperlich. Der verpassen wir jetzt eine und ab sofort soll sie nicht mehr essen können. Dann sieht sie mal, wie das ist, wenn nichts mehr rein geht – wenn etwas voll bis oben hin ist.“

Mir war das vom Verstand her alles klar, aber was sollte ich denn noch machen? Ich war damals bereits wegen meinen Ängsten in Therapie, trotzdem wurden diese nicht besser.

Meine Therapeutin meinte immer  – und sie war fachlich als auch menschlich wirklich eine Gute: „Frau Morgenstern, mit dem Kopf verstehen sie alles, nur muss es auch in ihr Gefühl rutschen.“

Und sie hatte Recht! Ich wusste um die Umstände, warum ich Angst hatte, aber ich versuchte halt alles mit dem Verstand lösen zu wollen. Dabei ging es darum, dass ich alles mit dem Herzen, dem Gefühl in die Auflösung bringen musste. Doch in fand den Zugang dazu nicht. Erst Jahre später, als ich mich eben mit den universellen Gesetzen, der Spiritualität auseinandersetzte, da fing ich an zu begreifen und meine Ängste in die Auflösung zu bringen.

Diese schreckliche Phobie, diese furchtbare Angst sich Verschlucken zu können, finden fruchtbaren Boden in einem, weil man das Vertrauen in sich selbst verloren hat. Das eigene Ruder wurde aus der Hand genommen und man ist damit nicht mehr der Kapitän auf seinem eigenen Lebensschiff.

Das weiß ich heute, aber damals wusste ich das so nicht. Und bei mir verschwand die Phobie ja nur, weil ich so geschockt über die Trennung und ich mir im Zuge dessen so egal war. Nun fand ein neuer Überlebenskampf statt, nämlich der, nicht an dem Schmerz des Verlustes zu sterben. Aber das ist eine andere Geschichte 🙂

Fast Jede körperliche Erkrankung kann man symbolisch übertragen

Habe ich Ohrenschmerzen und der Arzt findet nicht wirklich was gravierendes, dann könnte ich mich mal hinterfragen, was ich denn eigentlich nicht hören möchte? Wo ist es mir zu laut? Wo finde ich vielleicht kein Gehör?

Rückenschmerzen sind auch so ein Paradebeispiel: Welche Last ist mir zu schwer? Wo habe ich mir zu viel aufgeladen?

Tja, und bei mir war es eben das Schlucken. Es ging nichts mehr in mich rein. Ich konnte nichts mehr Schlucken an Problemen, Differenzen. Das Maß war voll.

Aber ganz tief drunter steckte eigentlich eine regelrechte Lebensangst, die mich in den Modus einer „Scheintoten“ versetzte. Oder war es doch mehr der Hunger nach Leben? Ich war hungrig und konnte mich nicht sättigen. Und genau dieses wollte mir meine Seele endlich bewusst machen. Mich mit der „Nase draufstupsen.“ So, wie man es früher mit einem Welpen gemacht hat, indem man ihn mit seiner kleinen Schnauze in seinen eigenen Urin gedrückt hat, damit dieser schnallt, dass er nicht in die Wohnung pinkeln darf.

Und wieviel plastischer hätte mir meine Seele eigentlich noch zeigen können, dass ich inneren Hunger habe, als dass sie mir wirklich eine Erkrankung an den Hals packte, wo ich wirklich kurz davor war zu verhungern. Intelligent, oder ?

Glaubt mir, diese Geschichte von mir Öffentlich zu machen, das kostet mich auch heute noch Überwindung. Aber ich bringe diesen Mut auf, um andere darauf Aufmerksam zu machen, dass wir behutsam mit uns, mit unserer feinen, lieben Seele umgehen müssen. Dass jeglicher Ballast abgeworfen gehört, der uns krank macht. Und dass es hin und wieder ganz heilsam ist, wenn man innerlich aufräumt.

Hört niemals auf, diesen Hunger nach Leben zu stillen. „Füttert“ euch gut – werdet satt.

Der weitere Grund, warum ich von meiner grausamen Phobie berichte ist der, dass ich ebenfalls Betroffenen Mut machen und Zuversicht geben möchte, dass die Phagophobie zu besiegen ist. Und dass auch anderes seelisches Leid in die Auflösung gehen kann – das es möglich ist.

Aber das Beste ist natürlich, dass man es gar nicht erst soweit kommen lässt, dass man krank wird. Deshalb:

Achtet euch selbst! Lasst nicht über eure Grenzen gehen! Verabschiedet euch von Menschen, die eurer Seele Schaden bringen! Geht raus aus Situationen, die euch nicht gut tun!

Denn du alleine bist in deinem Leben der wichtigste Mensch!

Vielleicht hat der ein oder andere von euch Lesern ja auch den Mut, im Kommentar von seinem Seelenleid  zu erzählen. Oder eventuell seid ihr auch von einer Phobie betroffen und mögt berichten ?!

Ansonsten können mich Phagophobiker auch gerne unter meiner Mailadresse kontakieren, welche im Kontakt hinterlegt ist, falls ihr noch Fragen an mich haben solltet oder Tipps, einen Ratschlag benötigt. Nur Mut 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

24 Antworten auf „Phagophobie – Wenn nichts mehr geht“

  1. Hallo Nicole.
    Mein Name ist Steffi und ich kann gar nicht fassen was du hier schreibst. Das ist genau meine Geschichte. Nur das meine noch kein Ende gefunden hat. Ich habe momentan wieder ein schlimmes Tief. Ich habe Anfang diesen Jahres mein Baby in der 30.Ssw verloren. Seitdem hab ich wieder Prbleme feste Nahrung zu schlucken. Hatte mich schon unabhängig von deinem Bericht beim Herrn Dr. Weiß um eine Therapie erkundigt aber das kann ich mir leider nicht leisten. Ich hab auch einen Psychologentermin aber erst am 29.2. .

    Hast du vielleicht einen Tipp für mich?
    Oder weißt du ob es eine stationäre Möglichkeit gibt die die Kasse übernimmt?

    Ganz liebe Grüße aus dem Osten sendet dir Steffi

    1. Liebe Steffi,

      danke zunächst einmal, dass du so mutig warst und meinen Beitrag kommentiert hast.

      Es tut mir sehr leid, dass es dir so schlecht geht und auch mein tiefes Mitgefühl an dich wegen dem Verlust deines Babys.
      Ach Mensch, fühl dich mal von Herzen gedrückt von mir!

      Wenn du magst, dann können wir gerne miteinander telefonieren, vielleicht hilft das gerade schneller, als wenn ich dir schriftlich Unterstützung anbiete.

      Ruf mich gerne an, meinetwegen auch heute Abend noch oder schicke mir deine Nummer via Email.

      Meld dich sehr gerne!
      Liebe Grüße an Dich
      Nicole

      1. Danke für deine Antwort Nicole.
        Ich habe deine Nachricht leider jetzt erst gelesen. Ich möchte gerne mal mit dir telefonieren. Morgen Nachmittag wäre gut wenn du da Zeit hast?

        1. Bei mir ist es nicht so schlimm aber auch nicht besonders schön. Ich kann essen. Alles aber nur unnormal. Ich lasse es zulange im Mund. Ich schaffe es nicht mich so zu entspannen dass ich es einfach runterschlucke. Die Angst vor dem Ersticken hab ich nicht. Ich weiß, wenn ich immer wieder etwas esse bekomme ich es hin. Mein Problem nur ist der Morgen. Entweder ich wache um 3Uhr oder 5Uhr auf weil ich totalen hunger habe. Zwanghaft esse ich dann was. Von appetit kann man da garnicht mehr sprechen wenn es mir so geht. Also esse ich es aber leider unnormal weil ich innerlich gestresst bin. Erst grad eben war es so. Dann dachte ich so: so gerne würde ich ganz entspannt und normal eine gute Mahlzeit essen. Nur kann ich es mir leider nicht erzwingen. Ich brauch Zeit. Dann wurde es mir aufeinmal schlecht vom Stress der durch das Hungergefühl, das zwang essen und der Gedanken. Es ist ein teufelskreis. Tangs über esse ich immer sowas wie Erdbeeren, Weintrauben, irgendeine Mahlzeit die meine Mutter macht( die ich aber leider nicht normal runter bekomm, ich lasse sie zu lange im Mund), dann noch Salzstängel, Schokoriegel, halt kleine Sachen. Die machen mich aber nicht satt. Ich hab einfach nur hunger. Ich halte es tagsüber so aus, ich kann auch schlafen, doch dann wache ich mit riesiegem hungergefühl auf und muss irgendwas umbedingt essen. Das ist nicht angenehm! Es soll wieder normal sein.

          1. Liebe Hannah,
            ich weiß nicht warum, aber leider habe ich erst heute eine Benachrichtigung darüber erhalten, dass du einen Kommentar geschrieben hast. Normalerweise antworte ich immer recht schnell, denn ich weiß ja, welche Not dahinter steckt.
            Das mit dem Hungergefühl kenne ich und es ist furchtbar. Das ist auch etwas, was sich Menschen nicht vorstellen können, die nicht von dieser Phobie betroffen sind.
            Seit wann ist es denn bei dir so mit der Angst beim Essen?
            Es kann alles wieder normal werden, bitte verliere nicht die Hoffnung, denn es ist möglich. Du brauchst nur wieder das Vertrauen in dich und deinen Körper.
            Wenn du magst, dann kannst du auch gerne via Email Kontakt mit mir aufnehmen.

            Ganz herzliche Grüße
            Nicole

      2. Hallo mein Name ist Michael ich bin 31 Jahre jung habe 2 Kinder und eine bezaubernde Frau ich habe das Problem mit dem schlucken auch ich habe angst vorm schlucken seit 2008 und so wie du geschrieben hast in der früh das du essen kannst was du willst das ist bei mir auch der Fall nur dann wenn es im Kopf klick macht und das Denken fängt an ist es vorbei ich sollte eigentlich viel trinken bekomme es aber nicht hin ich habe extreme angst ich habe sogar jetzt schon angst wenn ich morgens aufwache und mich im Spiegel betrachte 31 Jahre jung und nur aus haut und Knochen bestehend: ( ich bin echt am verzweifeln aber ich habe jetzt einen Termin bei Ärzten die mir hoffentlich helfen können

        1. Hallo Michael,
          zunächst einmal herzlichen Dank für deinen Mut, deine Geschichte hier zu berichten.
          Verstehe ich es richtig, dass du bereits seit 11 Jahren von der Phagophobie betroffen bist?
          Wenn dem so ist, dann ist es wirklich eine lange Zeit, wobei du durchaus keine Ausnahme bist, denn viele Betroffene leiden mitunter Jahrzehnte unter dieser ätzenden Schluckangst.
          Ich wünsche dir sehr, dass dir der Termin beim Arzt weiterhelfen wird und auch, dass du deinen Mut nicht verlierst, dass du irgendwann diese Angst besiegen wirst, denn möglich ist es!!!
          Auch ich hatte zu meiner Zeit der Erkrankung recht viel Gewicht verloren, jedoch fand ich auch Wege, um Nahrung zu mir nehmen zu können, wenn auch nur in Breiform.
          Benötigst du eventuell Hilfe und Tipps, wie du trotz der Angst so viel Essen zu dir nehmen kannst, dass du nicht Haut und Knochen sein musst? Dann lass es mich gerne wissen, dann helfe ich so gut es geht.
          Fühl dich hier auf jeden Fall verstanden und „gesehen“.

          Von Herzen viele liebe Grüße
          Nicole

          1. Ein paar Tipps punkto essen und trinken wären sehr hilfreich war erst vor kurzem im Spital weil ich zu wenig Wasser im Körper hatte und essen bei dieser Hitze ist im moment unerträglich

  2. Hallo Nicole. Auch mir geht es wie dir. Ich habe jetzt schon so vieles versucht, renne von Arzt zu Arzt und das einzige was geht ist auch bei mir Schokolade oder Suppe. Es ist wirklich wie bei dir 1 zu 1. Können wir eventuell Kontakt aufnehmen? Ich kann leider immernoch nicht essen und würde gerne meine Erfahrungen mit dir Austauschen.
    Liebe Grüße,
    Lisa

  3. Liebe Leser meiner Geschichte,
    ich möchte euch gerne ermutigen, dass ihr bei Bedarf Kontakt mit mir aufnehmt.
    Manchmal hilft ein Gespräch schon weiter, weil Betroffene sich verstanden fühlen und es wichtig ist, mit jemanden zu Reden, der selber mal in diesem tiefen Tal dieser beschissenen Krankheit war, so wie ich.
    Ich helfe dir gerne weiter, so gut es geht

    Liebe Grüße
    Nicole

  4. Hallo ihr lieben ich leide seit über 1 jahr an phagophobie. Bei mir ist es so das ich überhaupt nix mehr essen kann. Nicht mal pürriertes. Ich habe über 6 monate gebraucht bis ich meine spucke wieder schlucken konnte. Der Auslöser war auch ein eher leichtes verschlucken . Ich sehe mittlerweile aus als wäre ich magersüchtig. Jetzt bei 46 kg steht mein gewicht zum glück. Ich versuche viel zu trinken unter anderem auch fresubin also trinknahrung. Ich würde mich auch über jeden Kontakt freuen. Bin total verzweifelt. Vielleicht schreibt mir jemand zum Austausch. Meine email x_xtinex_x@yahoo.de viele grüsse tine

    1. Liebe Tine,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich finde es sehr wichtig, dass sich Betroffene melden, damit diese blöde Angststörung Phagophobie bekannter wird. Ich denke nämlich, dass die Dunkelziffer sehr hoch ist und im Gegensatz dazu die Behandlungsmöglichkeiten und Therapeuten gering ist.
      Somit danke ich jedem Einzelnen von euch für den Mut hier öffentlich zu kommentieren.

      Tine, dein Verlauf ist ja auch dramatisch und ich weiß genau wie du dich fühlst, denn auch bei mir gab es ja Zeiten, wo selbst das Schlucken der eigenen Spucke fast unmöglich war, bzw sehr viel Leid und Angst bei mir verursacht hat.
      Gerne können wir mal telefonieren. Ich schicke dir eine Email.

      Von Herzen liebe Grüße
      Nicole

  5. Hallo Nicole,
    ich möchte dir danken, dass du solch eine Seite ins Leben gerufen hast. Auch ich leide unter Phagophobie und es ist schwierig im Internet Informationen zu finden. Die Phobie ist einfach zu selten, Anfangs dachte ich sogar, ich wäre der einzige, der dieses Problem hat. Deinen Bericht zu lesen hat sehr gut getan. In vielen Dingen habe ich mich wiedererkannt, was es etwas erträglicher macht, weil man sich so nicht ganz alleine vorkommt und sehen kann, dass es auch Hoffnung und einen Ausweg gibt. Generell komme ich mir sehr “dumm” vor, da Schlucken doch eigentlich das normalste auf der Welt ist und es für viele sicherlich nicht nachvollziehbar ist, wie man damit solche Probleme haben kann.

    Ich möchte mit dir und anderen Phagophobikern meine Erfahrungen teilen. Im Alltag zeigt sich meine Schluckangst in zwei Varianten, zum einen die Angst sich zu Verschlucken, zum anderen die Angst nicht mehr Schlucken zu können. Jeden Bissen muss ich übermäßig oft kauen, mindestens 50 Mal, meist wesentlich öfter. Der Bissen im Mund hat dabei meist schon früh absolut breiige Konsistenz und wäre eigentlich bereit zum Schlucken, aber es geht einfach nicht. Ich muss den Brei dann von einer Mundseite zur anderen befördern, dann wieder zurück und immer so weiter. Irgendwann setzt dann zufällig der Schluckreflex ein, und ich bekomme eine ganz kleine Menge runter. Ein Teelöffel Joghurt beispielsweise ist erst nach ca. 2-3 Minuten komplett geschluckt, und das dann auf ca. 5-10 kleinere Schlucken verteilt. Für die meisten Lebensmittel brauche ich sehr lange, und wenn es dann geschafft ist fühle ich mich mental sehr erschöpft. Denn bei jedem erfolgreichen Schlucken wird auch immer das Angstgefühl ausgelöst, sich nun zu Verschlucken (was aber bisher noch nie eingetreten ist). Essen und in Teilen auch Trinken ist eine absolute Qual geworden und am liebsten würde ich gar nichts mehr Essen oder Trinken.

    Meine Ernährung habe ich so umgestellt, dass ich auf den Tag verteilt möglichst nahe an 1600 kcal komme, um zumindest einigermaßen bei Kräften zu bleiben. Hauptnahrungsmittel sind Fruchtsäfte, Milch, Joghurt, mit viel Honig versetzter Tee, Früchte und Erdnüsse. Die Erdnüsse sind dabei das einzige feste Nahrungsmittel. Grundsätzlich fällt mir bei festen Nahrungsmitteln das Schlucken sehr schwer, der Schluckreflex ist nur schwer auszulösen. Bei den Erdnüssen behelfe ich mir mit einem Trick, ich esse jeweils immer nur eine auf einmal, die sich dann im Mund mit dem Speichel vermengt und so zu einer Portion wird, die ich auf 1-3 Mal Schlucken kann. Bei solch einer kleinen Menge läuft das Schlucken dann wieder halbautomatisch und ohne Angst ab. Erdnüsse esse ich den ganzen Tag über. Ab und zu versuche ich auch normale Speisen zu mir zu nehmen, wenn meine Freundin kocht, aber das zieht sich dann meist über Stunden und die Portionen sind eher klein.

    Organische Ursachen können bei mir ausgeschlossen werden. Die Phobie ist bisher zweimal in meinem Leben auftreten, einmal nur für einen Tag (am nächsten morgen war es wieder weg) und einmal für eine Woche. Auch hier war es dann von einem Tag auf den anderen weg. Im Moment hat mich die Phobie voll im Griff (seit ca. 9 Wochen), hat deutlich schlimmere Ausprägungen als vorher und ich habe in dieser Zeitspanne auch schon 4kg Gewicht verloren. Ursache für den dieses Mal eher schlimmen Verlauf sehe ich selbst in einer Depression die sich im letzten Halbjahr entwickelt hat, und in deren Verlauf sich auch noch andere irrationale Ängste entwickelt haben.

    Ich habe ebenfalls versucht die Phobie systematisch zu studieren und auch mir sind einige Besonderheiten aufgefallen. So geht es bei mir morgens auch immer wesentlich besser als Abends. Kurz nach dem Aufstehen ist der Verstand noch etwas benebelt, die Angstmaschinerie ist noch nicht in vollem Gange und vieles geht einfacher. In dieser Zeit kann ich dann meist mehr Erdnüsse, Früchte und viel Flüssigkeit zu mir neben. Auch habe ich auf meinem Nachttisch immer Vorräte an Milch/Saft/Honigtee deponiert, um Nachts beim Aufwachen (meist schmerzt der Magen vor Hunger, da Abends kaum noch etwas gegessen) trinken zu können, was dann meist problemlos funktioniert.

    Ein weiterer Trick ist es, den Nahrungsbrei im Mund mit sehr viel Wasser zu verdünnen und dann alles gut zu durchmischen. Dann habe ich eher das Gefühl die Nahrung zu trinken, was wesentlich einfacher geht. Trotzdem taucht das Schluckproblem auch hier auf, weshalb mittlerweile auch Smoothies nicht mehr so gut funktionieren. Am Besten funktioniert es mit stark kohlensäurehaltigem Wasser. Dieses schäumt dann auch im Mund noch sehr stark, was dann meist direkt den Schluckreflex von selbst auslöst.

    Mir kommt es so vor, als wäre die Angst „ansteckend“ und jeder neue Trick mit dem ich versuche zu essen, wird dann einer Zeit „infiziert“, wird also auch angstbehaftet und funktioniert dann nicht mehr. Dabei verfalle ich immer in dieselben negativen Denkmuster der Art, „was ist wenn Trick XXX (beispielsweise verdünnen mit Wasser) bald auch nicht mehr funktioniert, was dann !?“. Kurz darauf ist es dann wirklich so, dass auch bei Trick XXX die Blockade auftritt.

    Nach den negativen Seiten möchte ich auch ein paar Dinge ansprechen, die mir Hoffnung gegeben haben. So gibt es beispielsweise auch Momente, in denen das Schlucken von jetzt auf gleich fast wieder ganz störungsfrei funktioniert. Das sind dann beispielsweise Momente von positiven Stress (etwa wenn man merkt, dass der Bus in zwei Minuten kommt, der Bissen noch im Mund liegt und man schnell aus dem Haus stürzt. Hierbei kann es dann vorkommen, dass das Kauen und Schlucken auch von großen Mengen komplett unbewusst abläuft und ich dann nachher selbst erstaunt bin.) Eine andere Sache ist es, wenn ich es schaffe, mich metal zu 100% auf etwas zu fokussieren, etwa ein Ziel im Leben das ich mir ganz detailliert vorstelle. Wenn solch ein Gedanke dann für längere Zeit (vielleicht 15-30 Sekunden) in meinem Verstand aufrechterhalten bleibt, weil ich ich mich so intensiv damit beschäftige und richtig darin verliere, dann läuft das Schlucken meist auch im Hintergrund vollautomatisch ab. In deinem Bericht hast du von deinem „Trennungsschmerz“ geschrieben, und davon dass du dir dann „selbst egal“ wurdest, wodurch auch die Phobie zurückging. Gleiches habe ich auch bei mir festgestellt. In Momenten in denen ich resigniere und mir alles egal wird, geht das Schlucken meist auch etwas leichter.

    Ich war bisher einmal beim Psychologen und habe in ein paar Wochen einen zweiten Termin. Beim ersten Termin hatte ich aber direkt das Gefühl, dass die Psychologin absolut keine Ahnung von Phagophobie hatte und von meinen Schilderungen sichtlich irritiert war. Ich werde aber trotzdem diesen Weg weiter versuchen, möglicherweise gibt es ja an andere Phobien angelehnte Therapieansätze, die auch hier funktionieren könnten. Einen Versuch ist es wert.

    Liebe Nicole, wenn du möchtest, können wir uns auch gerne weiter austauschen, ich bin für jeden Erfahrungsaustausch dankbar. Auch dürfen sich andere Betroffene gerne bei mir melden. Meine Email lautet: Filip.Brem.88@gmx.de

    1. Lieber Filip,

      ich danke dir sehr, dass du deine Erfahrungen und den Verlauf deiner Phagophobie hier so öffentlich mit uns teilst. Das war genau mein Beweggrund, hier auf meinen Blog auf diese scheiß Schluckstörung aufmerksam zu machen. Jeder einzelne Kommentar hilft, damit die Phagophobie bekannter wird und somit hoffentlich irgendwann mal die Krankenkassen reagieren und zB die Kosten für die Klinik von Dr. Weiß übernehmen, der meines Wissen nach, der einzige ist, der in seiner Klinik eine Behandlung anbietet.

      Des Weiteren bist du der beste Beweis, dass auch Männer von dieser Form der Angststörung betroffen sein können.
      Ich finde es sehr interessant, dass auch du die Erfahrung hast, dass es morgens besser geht als im Verlauf des Tages. Ich teile deine Meinung, dass es daran liegt, dass der „Angstapparat“ dann noch nicht so aktiv ist. Deshalb hat diese Phobie ja auch viel mit dem Kopf zu tun, weshalb ich ja absolut davon überzeugt bin, dass solche Tipps, wie „ Konzentrieren Sie sich aufs Kauen“ kontraproduktiv sind, da dann der Bissen im Mund immer mehr wird und das Schlucken noch mehr verzögert wird.

      Was mich sehr erstaunt, mich aber für dich freut, ist, dass du Erdnüsse essen kannst. Das wäre für mich absolut unmöglich gewesen. Super, bleib dabei!

      Es freut mich wirklich sehr, dass dir mein Bericht ein wenig geholfen hat und du dich somit nicht mehr alleine damit fühlst. Es hilft, wenn man sich mit anderen Betroffenen austauscht, weil nur ein Betroffener dieser Phobie es wirklich nachvollziehen kann, wie es einem damit geht.

      Und ja, ich weiß, man kommt sich absolut dumm und bescheuert vor, weil Schlucken von Nahrung nunmal das normalste der Welt sein müsste -vorausgesetzt, dass keine organische Ursache vorliegt- was sogar Babys beherrschen können. Aber was ist schon normal und wer entscheidet darüber? Keiner von uns ist dumm, wir reagieren nur empfindlicher auf vielleicht das Leben oder haben zu lange Dinge runtergeschluckt, die eigentlich bearbeitet werden wollten.

      Ich bin ziemlich fest davon überzeugt, dass Phagophobiker eine gewisse Lebensangst und zugleich aber wahninnigen Hunger nach dem Leben haben. Ich denke, dass ich die Tage darüber noch mal in meinem Blog schreiben werde. Vielleicht ist es ja auch eine hilfreiche Idee, wenn ich zB bei Facebook eine geheime Gruppe gründe, wo man sich gegenseitig austauschen kann?!
      Dass es bei dir aktuell gerade schlimmer ist, hat garantiert mit der Depression zu tun, die sich gerade bei dir bemerkbar macht. Das „Faß“ ist vielleicht zu viel, so dass eben nichts mehr geht – auch das Schlucken nicht.
      Dennoch gibt es Hoffnung, denn mein Zustand heute ist so, dass ich mich gerade in letzter Zeit wirklich häufiger Mal verschluckt habe, aber es sich nicht wieder so eine Störung und Angst bei mir entwickelt hat. Aber das hat auch damit zu tun, dass ich allgemein angstfreier geworden bin.

      So, ich ende hier an dieser Stelle zunächst erstmal. Aber ich möchte dir noch mit auf den Weg geben, dass ich dich sehr mutig finde, dass du so am Ball bleibst mit dem Essen und dass du es immer wieder auf’s Neue probierst und nicht resignierst.

      Von Herzen liebe Grüße
      Nicole

  6. Hallo Nicole,
    vielen Dank dafür, dass du deine Erfahrungen hier niedergeschrieben hast. Ich bin vor kurzem auf deinen Blog gestoßen. Davor habe ich mich echt alleine und hilflos mit meiner Phobie gefühlt, da niemand diese Qualen nachvollziehen kann. Ich bin 17 Jahre alt und leide seit 5 Jahren unter diese Angst, hatte sie auch für eine kurze Zeit im Kindergarten gehabt. Am Anfang war es besonders schlimm, da war ich echt Haut und Knochen, vor allem, da ich auch sonst schlank war. Ich habe besonders Probleme, feste oder trockene Nahrungsmittel wie Brot und Fleisch zu mir zu nehmen. Bei Snacks, Süßigkeiten, manchen Kuchen sowie Getränken und „pürierten“ Lebensmitteln habe ich soweit keine Probleme. Es belastet mich besonders, dass ich immer so langsam esse und ohne Getränk überhaupt nicht essen kann, da ich jeden Bissen erstmal verdünnen muss, bevor ich ihn runterschlucke. Familientreffen oder Besuche in Restaurants mit meinen Freundinnen oder meinem Freund vermeide ich ebenfalls, da ich meine Krankheit verbergen möchte. Ich fühle mich immer stark unter Druck, vor allem wenn meine Langsamkeit erwähnt wird und kriege keinen Schluck runter. Im Vergleich zu der Zeit vor mehreren Jahren haben sich meine Schluckbeschwerden aber erheblich verringert, letztes Jahr waren sie sogar für einen Moment fast vollständig verschwunden 🙂 . Was mir besonders geholfen hat waren diese Neurexan Lutschtabletten, die ich kurz vor der Nahrung eingenommen habe. Oder während dem Essen auf Youtube Videos zu gucken 🙂 . Wenn ich alleine esse geht’s auch besser als mit Gesellschaft.

    Ich wünsche allen Betroffenen, die das lesen, viel Kraft und Überwindung für diese schwierige Zeit. Irgendwann einmal werden wir es alle schaffen! 🙂

    1. Liebe Daniela,

      vielen Dank für deinen Kommentar und dass du berichtet hast, wie sich die Phagophobie bei dir zeigt und du mit dieser Angst umgehst.
      Leider bekomme ich derzeit keine Benachrichtigungen, wenn ein Kommentar eingegangen ist, sodass ich dir auch erst heute Antworten kann, was mir sehr leid tut.
      Fünf Jahre ist eine lange Zeit und ich finde es sehr krass, dass du schon mit 12 Jahren daran erkrankt bist. Allerdings habe ich gerade in einem Video von Dr. Weiss gesehen, dass es gar nicht so selten ist, dass Jugendliche daran erkranken.
      Ich finde es gut, dass du Möglichkeiten für dich gefunden hast, dass du essen kannst. Wenn es geht, wenn du nebenbei bei youtube Videos schaust, dann zeigt es ja, dass dir Ablenkung während des Essvorgangs hilft, was ganz meiner Erfahrung entspricht, denn das Konzentrieren auf den Bissen und Schluckvorgang halte ich persönlich für total Kontraproduktiv. Dieses haben mir auch schon sehr viele Betroffene rückgemeldet.
      Falls du noch Fragen haben solltest, dann kannst du mich gerne unter meiner Email-Adresse kontaktieren.
      Meine Überlegung ist im Übrigen, ob ich nicht auch mal ein Video über meine Erfahrung mit der Phagophobie bei youtube erstellen sollte, denn ich möchte, dass diese ätzende Phopie bekannter wird, damit auch mal die Krankenkassen reagieren.

      Von Herzen liebe Grüße
      Nicole

  7. Hallo Nicole,
    dankeschön für das Erstellen einer solchen Seite. Man fühlt sich als wäre man der einzige Mensch auf dieser Welt dem das so geht. Nun zu lesen, dass es einigen so geht ist… ich kann es gar nicht glauben. vielen Dank.
    Ich heiße Lea und bin 27. Ich leide seit ca. 11 Jahren unter Phagophobie. Es fing also irgendwann als Jugendliche an. Es begleitet mich nicht durchgehend. Es gab in der Zeit immer wieder Jahre oder Monate wo überhaupt nichts war. Aber dann kommen die schlimmen Phasen. In denen „esse“ ich beinahe nur noch breiige oder flüssige Dinge. Ähnlich wie bei dir kann ich nur bei 2 Personen (Lebensgefährte und Mutter) frei essen. Sind die beiden Personen nicht da fühle ich mich so unsicher, dass ich nichts festes Essen kann. Wie anscheinend bei den meisten geht es morgens nach dem Aufstehen, aber dann nicht mehr und schon gar nicht abends.
    In den schlimmen Phasen bestimmt es das ganze Leben eigentlich. Die Entscheidung wohin man geht usw. Vor anderen Menschen muss man immer so tun als wäre alles ok (Freunden,Arbeitskollegen) obwohl es auffällt dass man selten was isst, wenn ewig braucht, 1000 mal kaut usw. Man muss sich ständig Ausreden einfallen lassen um nicht völlig bescheuert rüber zu kommen.
    Wenn mein Lebensgefährte aus beruflichen Gründen unterwegs ist, ist das eine schlimme Zeit für mich.
    Ich esse seit Jahren bestimmte Dinge überhaupt nicht mehr (Gebäck, Kuchen, Kekse, Chips, Nüsse…) alles Trockene eben. An das letzte Bonbon oder gar Kaugummi kann ich mich gar nicht mehr erinnern.
    Wenn man zum Arzt geht kann niemand etwas damit anfangen und keiner wollte bzw. konnte mir bisher helfen.
    Beim Essen habe ich oft diesen „Kloß im Hals“ und dann geht gar nichts mehr. Dann bekomme ich Panik und dieser Fremdkörper scheint da fest zu stecken und ich bekomme nichts runter. Das kann immer und überall passieren und dann bekomme ich richtig Angst. Durch dieses Gefühl fängt es immer wieder an und geht dann nicht mehr weg.
    Bisher habe ich keinen Weg gefunden es weg zu bekommen bzw jemanden gefunden der mir helfen konnte. Hast du da vielleicht Tipps? Ich wäre sehr dankbar.

    1. Liebe Lea,
      vielen Dank für deinen Mut, hier einen Kommentar zu hinterlassen, denn ich weiß ja aus eigener Erfahrung, wie schwer ist ist, sich mit dieser Angststörung „sichtbar“ zu machen.
      Und ja, auch ich fühlte mich damals so, als wäre ich die Einzige, die von der Phagophobie betroffen ist.
      11 Jahre ist eine lange Zeit, aber gut, dass du zwischendurch auch Phasen hattest oder hast, wo es besser geht mit dem Essen.
      Ja, all diese trockenen Lebensmittel sind ein Grauen, ich kenne das. Und ich weiß auch, wie sehr man sich danach sehnt, diese mal wieder essen zu können.
      Du fragst nach Tipps….mein wichtigster wäre, dass du dich nicht auf den Kau- und Schluckvorgang konzentrieren solltest. Meiner Meinung nach macht es das Ganze nur schlimmer, es wird immer mehr im Mund und am Ende wird es doch wieder ausgespuckt, weil man es nicht runter kriegt.
      Dass du essen kannst, wenn zwei vertraute Personen in deiner Nähe sind, so wie es bei mir auch war, zeigt, dass man absolut das Vertrauen in sich und seinen Körper verloren hat. Dieses Vertrauen muss man zurückgewinnen, was einfacher gesagt als getan klingt.
      Eine Phagophobie taucht ja nicht einfach so auf, sondern für mich ist es eine Konsequenz aus Erfahrungen, Belastungen, die man einfach nicht mehr bewältigen konnte, nicht mehr schlucken kann. Nun hat sich die Seele einen Weg über den Körper gesucht und zeigt einem gewaltig seine Grenzen auf.
      Es geht um Todesangst, die zugleich eigentlich eine Angst vor dem Leben ist.
      Ich weiß, dass es kaum Therapeuten und Ärzte gibt, die mit dieser Phobie was anfangen oder umgehen können. Dieser Umstand ist für mich auch ein Grund gewesen, diese Phobie bekannter zu machen.
      Vielleicht würde es therapeutisch helfen, dass du insgesamt gestärkt wirst, du Vertrauen in dich gewinnst.
      Zu hinterfragen, was es eigentlich ist, was dir Angst macht oder was nicht bewältigt wurde.
      Einigen Betroffenen hilft auch die Unterstützung durch einen Logopäden. Ich selber habe damit keine Erfahrungen, aber ich habe es von anderen gehört.
      Dann könnte ich dir noch Videos von Lissy Götz auf Youtube empfehlen, worin sie eine von ihr entwickelte Methode zeigt und erklärt, wie man seine Festplatte im Kopf löscht und neu programmiert. Damit hat sie zB ihre jahrelange Allergien vollständig in die Heilung gebracht.
      Lass dir vor allem von niemanden einreden, dass du an einer Eßstörung leidest, denn in diese Schiene wird man auch mal gerne gepresst und es heißt, man sei eigentlich Magersüchtig, was natürlich absoluter Blödsinn ist.
      Versuche mehr schöne Dinge zu machen. Dinge, die dir gut tun und die dich gedanklich von dem Thema Essen ablenken. Denn es geht auch darum, wieder die wirkliche Freude am Leben zurückzugewinnen oder aber sie überhaupt zu haben.
      Und sag dir jeden Tag aufs Neue: „Ich kann essen was ich will, nur ich allein entscheide und nicht meine Angst.“ Versuche dich gedanklich davon wegzubekommen, was du alles nicht kannst, sondern trainiere dich dorthin, dass du es kannst.

      Falls du noch Fragen hast, dann stelle sie ruhig.

      Von Herzen liebe Grüße
      Nicole

  8. Hallo,
    Ich bin auf deine Seite gestoßen, da ich selbst seit ca. 11 jahren diese phobie besitze. Bei mir hat es angefangen, nachdem ich Keuchhusten hatte. Früher hab ich nie jemandem davon erzählt, da es mir unsinnig erschien. Es ist jedoch nicht ständig präsent gewesen. Ich hatte auch sehr lange Ruhe. Jedoch lief in den letzten Monaten alles schief und ich merkte plötzlich diese schluckangst wieder. Ich habe mir nicht viel dabei gedacht also habe ich einfach weiter gegessen. Dann ging es auch immer wieder weg. Aber es kam öfter wieder. Als es dann wieder kam, machte ich mir Gedanken darüber wieso. Dies war ein großer Fehler. Seit 4 Wochen geht das jetzt ununterbrochen so. Da ich mich nicht unterkriegen lassen will, esse ich alles was ich will. Trotz großer Angst. Ich bin nun auch in einer psychiatrischen Klinik. Meine Therapeutin sagt eigentlich nur „wenn du weiterhin alles isst, wird die Angst weniger“. Ich esse ja seit Wochen normal und das wirklich jeden Tag. Aber die Angst, bzw das Leiden wird nicht weniger. Ich weiss nicht was ich gerade an meinem Leben ändern sollte damit sich dieser Knoten wieder löst. Aber wenn man alle Foren liest und betroffene nur schreiben dass das nie mehr weg geht, verschwindet die Hoffnung das es besser wird und man hat nur noch mehr Angst.

    1. Liebe Lissx,
      dass es dich erschreckt und hoffnungslos stimmt, wenn du in Foren liest, dass diese Phobie nicht verschwindet, kann ich sehr gut nachvollziehen, aber ich möchte dir und allen anderen Lesern sagen, dass das nicht stimmt – es ist möglich!

      Ja, es ist mitunter ein langer Weg, benötigt Zeit, aber es ist dennoch möglich!

      Aber gleichzeitig bin ich nicht mit deiner Therapeutin aus der Klinik einer Meinung, dass du einfach nur alles essen musst, und dadurch die Angst weniger wird.

      Meiner Meinung nach ist nicht primär die Nahrung das, wofür die Betroffenen Angst haben, es ist ja ein viel tiefer sitzendes Problem. Die Nahrung, das Essen ist nur ein Symptom, nicht die Ursache.

      ich glaube tatsächlich, dass sich die Therapeuten noch viel zu wenig mit dieser Phobie auskennen, was ja auch für mich der Grund ist – und ich wiederhole mich wahrscheinlich immer wieder aufs Neue- diesen Beitrag geschrieben zu haben, diese Phagophobie öffentlich beschrieben zu haben, bzw meine Geschichte dahinter.

      Aber du hast es ja schon ganz gut beschrieben, dass in den letzten Monaten bei dir alles schief lief und schon war die Phobie schlimmer. Also muss ja ein Zusammenhang bestehen, zwischen dem jeweiligen psychischem Befinden und der Phobie.

      Es ist u.a. das fehlende Vertrauen in sich und seinen Körper. Es ist dieses „mir ist alles zu viel, ich kann nichts mehr ertragen, nichts mehr runterschlucken“
      Daran müsste viel eher therapeutisch gearbeitet werden. Es geht um Stärkung, innere Stabilität, ein daran arbeiten, dass man sich selber beruhigen kann.

      Es ist ja so, dass, wenn man von dieser Schluckangst überrollt wird, dass es sich anfühlt, das eigenen Leben, die eigene Selbstbestimmung, Selbstkontrolle gerät völlig aus den Fugen, ist nicht mehr vorhanden. Dieser existenziell wichtige Vorgang der Nahrungsaufnahme erscheint -oder ist- unmöglich, fast unüberbrückbar- also ist es wie „gerade an der Grenze zur Lebensfähigkeit“. Und das muss bearbeitet werden. Geschaut werden, was ist es, was mich so ausbremst. Wonach schreit meine Seele, wo leidet sie Hunger, was nährt sie nicht. Wie kann ich daran arbeiten, dass meine Seele gefüttert wird, sodass ich nicht weiter ausgehungert durchs Leben laufen muss.

      Es geht um: Wovor habe ich wirklich Angst und welche Nahrung benötige ich wirklich für mich und meine seelische Stabilität, Ausgeglichenheit.

      Ich hoffe, ich konnte dir ein klein wenig helfen mit meiner Antwort.
      Verliere nicht den Mut, nicht die Hoffnung, denn die Phagophobie ist in den Griff zu kriegen, sie kann wieder weggehen.

      Von Herzen liebe Grüße
      Nicole

      1. Ich danke dir für diese Ausführliche Antwort. Dass diese Erkrankung ein Symptom ist, hat meine Therapeutin auch gesagt. Sie meinte ich müsse mich mit dem auseinandersetzen was passiert ist. Ich setze mich damit auseinander. Ich versuche alles. Außerdem esse ich Jeden Tag aufs neue alle Gerichte die mir Angst machen. Wenn ich an Essen denke bekomme ich Angst. Esse ich es aber, dann ist es überhaupt nicht schlimm, da ich merke, dass mein Körper das von allein übernimmt. Ich möchte mich der Angst nicht beugen und mein Essen pürieren etc. Ich esse es einfach egal wie schwer es ist. Jedoch wird die Angst leider nicht weniger. Ich möchte die Hoffnung nicht verlieren, aber es ist wirklich frustrierend wenn sich der Knoten im Hals nicht ansatzweise „löst“. Ich weiß, dass das alles seine Zeit braucht und dass die Angst viel tiefer sitzt.

        1. Liebe Lissx,

          ich finde es unglaublich willensstark von dir, dass du dich der Angst nicht beugen und im Zuge dessen auch deine Nahrung nicht pürieren möchtest. Was ich mittlerweile weiß, ist, dass fast zu 100% aller Betroffene der Phagophobie zuvor schon jahrelang unter diversen Ängsten gelitten haben oder viele Probleme schultern und bewältigen mussten.
          So war es auch bei mir. Ich litt schon Jahrzehnte unter diversen Ängsten, als mich dann die Phobie richtig in die Knie zwang.
          Ich habe viele Therapien hinter mir, die auch alle auf ihre Art hilfreich waren, aber meine Ängste gingen nicht zu 100% weg. Irgendwann bin ich aus meiner psychoanalytischen Therapie entlassen worden mit den Worten: „Sie sind jetzt austherapiert und müssen mit dem restlichen Anteil ihrer Ängste leben.“
          Erst als ich anfing, mich auf spiritueller Ebene zu beschäftigen und zu informieren, mich mit Resonanz und Spiegelung u.a. auseinanderzusetzen, erst ab da begriff ich und meine Ängste sind bis heute zu 98% verschwunden.

          Meine Therapeutin hatte mal etwas sehr gravierendes zu mir gesagt. Sie meinte, dass ich vom Kopf her alles verstanden hätte, worum es bei mir geht, aber dass es noch nicht in mein Gefühl gerutscht wäre. Ich mit dem Verstand arbeite, aber nicht mit meinem innersten Gefühl. Und damit hatte sie damals recht. Ich fragte sie immer, wie ich es denn hinkriegen könnte, wie der Weg ist, worauf sie mir keine wirkliche Antwort geben konnte, oder ich weiß sie heute nicht mehr. Alles was ich weiß, ist, dass ich durch die spirituellen Themen und der Beschäftigung damit, ich es geschafft habe, dass ich es schaffte, nicht nur mit dem Kopf an meine Themen/Ängste zu gehen, sondern auch mit dem Herz, dem Bauch, dem Gefühl.
          Das heißt nun nicht, dass dieser Weg auch für alle anderen der richtige und heilende ist, aber ich möchte es zumindest erwähnen und berichten.

          Die Angst, die Phobie kann uns beherrschen, weil wir es zulassen und dies aus dem Grund, weil wir innerlich nicht gefestigt sind. Dieses muss erstmal erreicht werden.

          Als Beispiel: meine Schluckangst liegt jetzt seit der Heilung 6 Jahre zurück. Als ich mich intensiv wieder mit dem Thema Phago beschäftigt habe un Kontakt zu Betroffenen hatte, merkte ich auf einmal…ups…es gab Momente, wo sich die Phobie wieder melden wollte und ich Situationen hatte, wo ich auf einmal wieder Angst hatte zu schlucken. Das waren aber nur Frequenzen, die ich bewältigen konnte. Allerdings deshalb, weil ich mittlerweile innerlich viel stärker bin, stärker als die Angst, stärker als die Phobie. Sie konnte mich also nicht mehr in ihren Bann ziehen und Herr über mich werden, weil ich es nicht mehr zuließ und ihr trotzte. Dies, weil ich gefestigt bin inzwischen.

          Ich hoffe, es ist verständlich, was ich damit zum Ausruck bringen möchte.

          Dass du die Sorge hast, dass sich dieser Knoten niemals lösen wird, das verstehe ich. Aber der erste Schritt wäre, dass du bitte aufhörst, so zu denken und diesen „Glaubenssatz“ aus deinem Kopf löscht. Stattdessen programmiere dich neu und sag dir jeden Morgen aufs Neue: „Ich schaffe es, ich kann essen, ich entscheide ganz alleine darüber, dass ich essen kann.“ Bringe dich in eine positive Energie und Resonanz.
          Du kannst auch sagen: „Ich alleine habe die Kontrolle über mich und meinen Körper.“
          Anfangen, sich selbst wieder zu vertrauen.

          Liebe Grüße
          Nicole

          1. Ja ich versuche positiv zu Denken, und ich weiß, dass ich es wieder schaffen kann. Ich litt vor 6 Jahren schon unter einer Zwangserkrankung, die ich ebenfalls bewältigen konnte.

            Könntest du eventuell erzählen, welche Techniken du angewendet hast? Du redest von spirituellen Themen etc. Könntest du davon etwas mehr erzählen?

            Ja das Selbstvertrauen spielt eine enorme Rolle. Das habe ich auch durch meine Zwangserkrankung lernen müssen.

            Herzliche Grüße

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