Nutze die Chance – der richtige Zeitpunkt

Es ist nie der richtige Zeitpunkt

Es ist nie der richtige Tag

Es ist nie alles gesagt

Es ist immer zu früh

 

Weil wir oftmals die Chancen, die sich uns bieten, nicht nutzen und an uns vorüberziehen lassen. Weil wir aus Angst stumm sind.

Deshalb wird es nie einen Trost geben und du wirst dich niemals vorbereiten können, denn es wird dich immer unerwartet treffen. 

Die Angst vor „diesem Moment“ ist so groß und gleichzeitig sehnst du dich danach, diesen einen Moment bloß nicht zu verpassen, weil du vielleicht doch darauf hoffst,  ungesagte Dinge doch noch zu hören oder selber zu sagen. Und du willst dabei sein, denn einen geliebten Menschen lässt man diesen -seinen letzten Weg- nicht gerne alleine gehen. Aber leider erwischt man mitunter eben nicht immer diesen „einen Moment“ rechtzeitig.

Aber ab wann kann man sagen „Der Mensch liegt im Sterben“? Wann fängt der Prozess des Sterbens an? Erst dann, wenn es zeitlich definitv in Tagen oder Stunden einzugrenzen ist, oder aber bereits dann, wenn das, was das Leben ausmacht – nämlich selbstständig zu sein – noch auf seinen eigenen Füssen stehen zu können, nicht mehr gegeben ist ? Wenn keine Sicht auf Besserung der Mobilität gegeben ist? Wenn selbst die Kraft dafür fehlt, die eigene Zahnprothese aus dem Mund nehmen zu können. Man darauf angewiesen ist, gefüttert zu werden ?

Die Medizin ist so fortschrittlich, aber ist sie auch wirklich gnädig? Wenn wir als Neugeborener Mensch diese Erde betreten, dann lag unsere Mutter zuvor in den Wehen und hat uns unter Schmerzen zur Welt gebracht. Wenn sie es dann wollte, dann hielt man dabei ihre Hand.

Irgendwann wendet sich das Blatt und das Kind liegt in den Wehen und erlebt den schmerzhaften Prozess des Hinüberbegleitens in eine andere Welt. Nun hält man wieder ihre Hand, wenn sie denn möchte.

Der Tod kommt einer Geburt gleich; Als Baby wissen wir nicht, was uns da draußen erwartet. Als Sterbender weiß man auch nicht, was kommt danach?

So leben wir mit der Angst am Anfang und sie ist unser Begleiter am Ende. Es gibt nur einen Unterschied: Das Neugeborene kommt aus dem warmen Mutterleib in die Kälte und dem Sterbenden erwartet ein warmes Licht – wenn es denn so stimmt, wie erzählt wird.

Abschied zu nehmen erfordert Mut, denn das Loslassen ist eine Herausforderung, der wir uns nicht gerne stellen. Deshalb verlässt  man sich auch innerhalb von Beziehungen oft still, leise, ohne ein Wort. Zu feige, um noch was zu sagen.

Das Leben wartet nicht, doch wir warten zu oft und zu lange auf das Leben. Lassen es an uns vorüberziehen ohne zu leben, und „sind“ einfach nur.

Aber gerade wenn wir nicht leben, ist die Angst vor dem Tod groß, weil vielleicht dann doch Wehmut darüber herrscht, dass wir Chancen nicht genutzt oder einfach vorüberziehen lassen haben.

Ich glaube, man stirbt wie man gelebt hat. Ziehst du die Einsamkeit der Gesellschaft vor, dann stirbst du auch genauso einsam und alleine, auch wenn Menschen um dich herum sein sollten. Doch lebst du offen und in Freude, hälst deine Arme weit geöffnet für die Liebe, die Menschen, dann kannst du selbst diesen letzten Weg gut alleine gehen, weil da keine Wehmut mehr in dir herrscht, was versäumt oder nicht getan zu haben.

Das Leben mag nicht immer einfach sein, aber zu sterben ist noch viel schwieriger. Zum Leben gehört Mut, aber zum Sterben noch viel mehr

Nun ist wieder einmal so ein Abend davor. Wieder ein nächster Tag voller Angst und Sorge, ob alles gut gehen wird. Wieder die Angst um einen geliebten Menschen.

Und was ist, wenn die OP doch größer und schlimmer als geplant verläuft? Wieder Wochen voller Schmerz und Unbeweglichkeit bevor stehen? Was ist dann besser: Das Leben ohne es leben zu können oder aber der Tod, der Ruhe und Frieden bringt, aber eben auch so gnadenlos in seiner Endlichkeit daher kommt.

Deshalb stelle ich euch eine Frage: Egal welche Probleme oder Kummer jeder einzelne von euch gerade hat. Wenn ihr wüsstet, heute ist euer letzter Tag auf dieser irdischen Welt….was würdet ihr tun? Würdet ihr euch trotzdem noch über den Regen ärgern und auf ihn schimpfen oder würdet ihr ein letztes Mal in ihm Tanzen? Würdet ihr euch zum 100. Mal über euren Partner, Kinder, Freunde, Familie aufregen und meckern oder aber würdet ihr sagen: „Danke, dass du da bist. Danke, dass du mich liebst und ich dich lieben darf!

Und so kann man sich all die Dinge die einem nicht passen oder optimal erscheinen vorstellen und vielleicht aber auch den Umkehrschluss daraus ziehen und machen. Anstatt schwarz zu sehen, die Option in Betracht ziehen, dass Weiß doch eigentlich die schönere Variante ist.

Das Leben ist das, was DU selber daraus machst. Kein anderer ist dafür verantwortlich, nur DU selbst. Du hast immer die Wahl: Glück oder Unglück. Freude oder Leid. Lachen oder Weinen.

Aber das eine gibt es oftmals nicht ohne das andere. Das nennt man Dualität.

 

 

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