Für Mama

Und jetzt sitzt du mir gegenüber und ich schau in dein Gesicht. Jenes, welches mir seit 53 Jahren so vertraut ist. Ich schau in deine Augen, deren Lider nicht mehr durch blauen Lidschatten verschönert  und von getuschten Wimpern umrahmt sind. Dabei habe ich dich all die Jahre so gesehen, denn auch wenn du die 80 schon lange hinter dir gelassen hast, so war es dir immer wichtig, dass du dein schönes Gesicht schminkst. Doch jetzt ist es dir unwichtig geworden. Aber etwas Lippenstift, den trägst du hin und wieder noch mal auf. Und auch deine langen Fingernägel sind stets lackiert. Neuerdings in Pink, weil eine deiner Enkeltöchter auch genau diese Farbe auf ihren Nägeln trägt. 🙂  „Für Mama“ weiterlesen

Wenn nichts mehr geht

Unsere Seele ist schon ein intelligentes Ding 😉 Und sie ist der Grund, warum der Mensch überhaupt lebt!

Wenn wir sie nicht achten und gut pflegen, wenn wir nicht auf ihre Signale hören, dann sucht sich die Seele schon ihren Weg, damit sie genügend Aufmerksamkeit bekommt. Dann wird sie halt „körperlich.“

Sie fängt an zu kratzen, beißt um sich, sticht, drückt. Kurz gesagt: Sie nervt uns bis zum Umfallen, indem sie uns fiese Schmerzen beschert bis hin zu ernsten Krankheiten. Oder eben wie bei mir, mit einer Phobie daher kommt.

Oh man, hatte sich meine Seele was tolles ausgedacht. Und nein, sie überlegte sich für mich keine bekannte, wie Beispielweise die berühmte Spinnen- oder Klaustrophobie. Ich bekam eine ganz besondere und zu dem noch sehr seltene Phobie geschenkt – die Phagophobie.

Der Begriff „Phobie“ definiert sich ja so, dass eine übersteigerte Angst oder Furcht vor etwas besteht, welche an konkrete Dinge, bestimmte auslösende Objekte oder Situationen gebunden ist.

Bei der Phagophobie, auch Schluckangst genannt,  haben die Betroffenen Angst sich beim Essen zu verschlucken und dann daran ersticken könnten. Somit wird jegliche Nahrungsaufnahme zu einem Problem und es reicht  mitunter so weit, dass selbst das Schlucken des eigenen Speichels in Furcht und Schrecken versetzen kann. Ein eigentlich ganz routinemäßiger Vorgang wird zu einem Albtraum, weil die Phobie so existenziell bedrohlich wird.

Ich bin an dieser Angst vor dem Schlucken Anfang 2011 erkrankt. Wie aus dem Nichts und von jetzt auf gleich, nahm die Phagophobie Besitz von mir und breitete sich schön gemütlich in mir aus. Und ja, es gab sogar Tage, da hatte ich Panik davor meinen eigenen Speichel runterschlucken zu müssen.

Natürlich kommt solch eine massive Angststörung nicht von ungefähr. Es ist ein Prozess, der mitunter jahrelang unterbewusst abläuft und in dem berühmten „Tropfen der das „Fass zum Überlaufen bringt“ mündet.

Damals war es bei mir so, dass selbst die Ärzte, welche ich konsultierte, noch nicht mal den Begriff Phagophobie kannten. Ich stieß bei meinen Recherchen im Internet selber auf die Bezeichnung. Wobei ich sagen muss, dass es vor sieben Jahren noch nicht allzu viele Infos über diese Art der Phobie im World Wide Web zu lesen gab, was für mich alles nur noch schlimmer machte.

Ich erinnere mich noch genau an jenen Abend, als es bei mir losging. Ich hatte Tage davor mein Wohnzimmer renoviert und war nun in den letzten Zügen mit dem Umstellen der Möbel. Mein dreijähriger Sohn schlief bereits und ich setzte mich hin um ein Knäckebrot zu essen.

Ich verschluckte mich an einem Bissen, konnte aber diese kleinen, fiesen Krümel, welche fälschlicherweise in meiner Luft- statt Speiseröhre gelandet waren, wieder abhusten. Verschlucken ist nie schön, wir kennen es ja eigentlich alle, da es bestimmt niemanden gibt, dem das noch nicht passiert ist.

Bei mir war der Verschluckungsvorgang eigentlich gar nicht dramatisch und ich konnte die Knäckebrotkrümel auch schnell wieder nach draußen befördern. Doch diese kleinen Brocken reichten aus, dass ich zwei Jahre lang nicht mehr richtig essen konnte (mit kleinen Ausnahmen), außer ich nahm jegliche Nahrung in Breiform zu mir.

Ok, da war es mir nun passiert, dass ich mich verschluckt hatte. An dem besagten Abend machte ich mir eigentlich nicht weiter Gedanken darüber, aber der Appetit war mir trotzdem vergangen.

Am nächsten Morgen stand ich wie gewohnt auf und wollte Frühstücken. Doch im bekam mein Toastbrot nicht runter – ich konnte die Bissen einfach nicht runterschlucken. Trinken ging, also blieb es an dem Morgen lediglich beim Kaffee. Ich konnte es mir nicht wirklich erklären, was mit mir los ist, jedoch schnallte ich irgendwie, dass es mit dem Abend zuvor zu tun haben musste.

Ab da lagen Tage vor mir, an denen ich keine Nahrung mehr zu mir nehmen konnte. Es ging einfach nichts runter, weil panische Angst in mir herrschte, dass ich mich an all dem so sehr verschlucken könnte, dass ich ersticken müsste.

Ich litt unter fürchterlichen Hunger  – was ja mehr als verständlich ist, wenn man aufhört zu Essen – und mein Magen knurrte wie verrückt. Hunger, obwohl massenweise Essen um dich rum liegt, du jederzeit nur Zugreifen müsstest. Doch du tust es nicht. Kannst es nicht. Weil du genau weißt, du kriegst keinen Bissen runter.

Nein, auch vernüftiges Kauen hilft nicht weiter – im Gegenteil! Konzentriert man sich nämlich zu sehr auf den Kauvorgang, dann wird es nur noch schlimmer, der kleine „Brocken“ in deinem Mund immer mehr, bis du diesen im hohen Bogen panisch wieder ausspuckst, anstatt runterzuschlucken.

Heute weiß ich nicht mehr, wie viele Tage vergingen, bis ich überhaupt was Essbares zu mir nehmen konnte. Ich weiß nur noch, dass ich auf der Straße Leute sah, die unterwegs herzhaft in ein Brötchen oder ähnliches bissen und ich sie hungernd, neidisch und tiefst deprimiert dabei beobachtete.

Ein ganz selbstverständlicher Vorgang wie zu Essen ging nicht mehr bei mir. Zu meiner schlimmsten Zeit hatte ich sogar Angst, eine gewöhnliche, wässrige Gemüsebrühe zu mir zu nehmen, weil ich Panik vor den kleinen Schnittlauchkräutern in der Brühe hatte.

Schokolade ging, aber nur eine ganz bestimmte Nougatsorte von der Marke mit der lila Kuh auf der Verpackung. Die ließ ich im Mund so lange schmelzen, bis sie so dünnflüssig war, dass ich sie leicht schlucken konnte. Ich aß bis zu zwei Tafeln am Tag und sie gehörte zu meinem Grundnahrungsmittel, denn sie machte mich wenigstens satt.

Alles andere – wobei zu Beginn nicht wirklich viel zur Auswahl stand – verarbeitete ich zu einem Brei, wie z.B. Kartoffeln. Oder ich kochte mir eine Tomatensuppe.

Zwei besondere Phänomene konnte ich jedoch beobachten:

Morgens, direkt nach dem Aufstehen, wenn mein Gehirn noch nicht so am Arbeiten war…wenn ich dann unmittelbar eine Scheibe Toastbrot mit Marmelade aß, dann ging es fast unproblematisch runter. Ich war in der Lage etwas Festes wie ein Brot zu essen. Jedoch eine zweite Scheibe war unmöglich. Und es war auch unmöglich, sobald ich zu lange mit dem Frühstück wartete. Denn dann war ich schon zu sehr im Denkmodus.

Die zweite Besonderheit war, dass ich bei zwei Menschen aus meinem Umkreis essen konnte. Also wenn diese bei mir waren, dann konnte ich vieles essen, was ich zuvor nicht zu Brei verarbeiten musste. Das war einmal mein Ex-Partner, von dem ich allerdings schon sehr lange getrennt war und die andere Person war meine damalige beste Freundin, die direkt gegenüber von mir wohnt. Bei ihr klappte es sogar weitesgehend, wenn ich nur mit ihr telefonierte während ich aß.

Zum Glück arbeitet sie als Arzthelferin in einer Praxis gleich bei mir um die Ecke. Wenn es mal wieder ganz schlimm war und ich nicht warten konnte, bis sie Feierabend hatte, dann schmierte ich mir ein Brot, packte dieses ein und aß es bei ihr im Wartezimmer. Ansonsten hätte ich den ganzen Tag hungern müssen, bis sie am Abend endlich zu Hause gewesen wäre, um dann mit mir gemeinsam am Telefon zu essen.

Oder aber mein Ex, der Vater meiner großen Kinder, kam am Nachmittag vorbei und saß einfach nur bei mir während ich aß. Er machte meine Phobie auch gar nicht zum Thema. Wollte  mich nicht belehren oder mir ständig damit auf die Nerven gehen, dass ich endlich was dagegen tun müsste. Nein, er war einfach nur da!

Für diese Unterstützung bin ich den beiden auch heute noch unendlich dankbar und bis an mein Lebensende werde ich ihnen diesen Support nicht vergessen!

Aber warum war es so, dass ich essen konnte sobald mein Ex oder meine Freundin in der Nähe waren?

Schon damals war mir bewusst, dass es wegen des Vertrauens war, welches ich zu beiden hatte. Ich wusste, dass sie so kompetent sind, dass sie mich im Notfall Erstickung retten könnten. So blöde es sich anhört, aber so war es. Auch wenn man es sich nur schwer vorstellen kann, aber wenn man unter dieser Phagophobie leidet, dann hat man Todesängsten und fühlt sich permanent in Lebensgefahr, was jetzt nicht übertrieben ist.

Kein Arzt, keine Therapeut konnte mir helfen – im Gegenteil. Sie waren damit selber überfordert, weil diese Phobie zu meiner Zeit der Erkrankung noch recht unbekannt war. Heute ist das zum Glück anders, wie ich beim Recherchieren im Internet erkennen konnte. Mittlerweile gibt es sogar schon Psychotherapeuten, die speziell auf ihrer Website auf diese Phobie hinweisen, dass sie sie behandeln können. Sogar eine Klinik gibt es – Praxisklinik Dr. Weiss in Mannheim – die sich dieser Erkrankung annimmt und erstaunliches herausgefunden hat, welcher Umstand noch dazu führt, dass die Phagophobie Besitz von einer Person ergreifen kann.

Im Laufe der zwei Jahre nahm ich rapide an Körpergewicht ab. So sehr, dass es mich selber schon erschreckte und ich es nicht mehr schön fand – um die 12 Kilo. Natürlich wurde ich von Nachbarn, Freunden und Bekannten auf mein verlorenes Gewicht angesprochen, aber da ich mich für meine Phobie schämte, weil ich mir so dämlich vorkam, griff ich auf Notlügen zurück und erzählte immer irgendetwas von Stress und so.

Es wussten nur eine Handvoll Menschen in meinem Umkreis von meiner Schluckangst. Selbst meinen Eltern erzählte ich nicht davon. Wie gesagt, ich kam mir einfach so doof vor, weil ich etwas so gut wie gar nicht mehr konnte, was für andere eine Selbstverständlichkeit ist.

Somit waren Einladungen, Familienfeste, Treffen mit Freunden für mich ein Graus, wenn der Zeitpunkt kam, wo Essen auf den Tisch kam.

Aber ich hatte ja auch noch Familie zu Hause. Meine jüngste Tochter lebte noch bei mir und mein Sohn. Mein damaliger Partner war bedingt durch seinen Job immer nur am Wochenende zu Hause. Ich musste ja für sie auch Mahlzeiten zubereiten – kochen. Das war nicht immer einfach, denn es gehörte ja auch dazu, dass man die Gerichte abschmeckt und so. Aber im Verlauf, wenn man sich so gut es geht an die Phobie gewöhnt hat, findet man irgendwie Wege und Möglichkeiten.

Nachdem ich leider erfahren musste, dass mir von fachlicher Seite niemand helfen konnte, beschloss ich, die Krankheit zu akzeptieren. Das was ich an Informationen im Internet zusammentragen konnte waren lediglich Kommentare in irgendwelchen Foren von weiteren Betroffenen dieser Art von Phobie. Es gab bereits zu meiner Zeit schon recht viele Menschen, die erkrankt waren. Aber die Dunkelziffer wird damals als auch heute noch recht groß sein.

Was ich dort zu lesen bekam machte mir jedoch nicht wirklich Mut, denn es gab dort Personen, die bereits seit 10 Jahren unter der Phagophobie litten. Und ich konnte keine Erfolgsgeschichten lesen oder wirkliche Tipps, an wen man sich wenden kann, der wirklich kompetent im Umgang mit dieser Angststörung ist.

Auch wenn ich begann zu akzeptieren und ich auch inzwischen schon recht originell in der Zubereitung meiner Nahrung war, so machte ich mir doch Gedanken darum, dass ich viel zu wenig Vitamine oder Ballaststoffe zu mir nehme. Meine Hauptnahrung war nach wie vor Schokolade, helles Toastbrot, Laugencroissonts, Kartoffelbrei.

Am schlimmsten war es, im Sommer auf diverse Obstsorten verzichten zu müssen, wie z.B. Kirschen, Nektarinen, Weintrauben, Äpfel, etc. Lediglich Erdbeeren gingen, da sie sich gut pürrieren ließen. Ich trank diese Frucht also mehr als dass ich sie aß.

Irgendwann kam ich auf die Idee, mir in aus der Apotheke hochkalordarische Trinknahrung zu besorgen. Aber ehrlich gesagt….inzwischen konnte ich all diese breiigen, flüssigen Sachen nicht mehr sehen. Mir fehlte es so sehr, mal ein vernüftiges Schwarzbrot zu essen. Nudeln, Reis oder einen Salat. Alles unmöglich für mich!

Auch der Besuch beim Zahnarzt war eine riesengroße Herausforderung. Musste ich dort nämlich mit geöffnetem Mund sitzen und an meinen Zähnen wurde rumbehandelt, so hatte ich entweder immer Sorge, dass irgendetwas in meiner Luftröhre landen könnte und ein weiteres Problem war, dass sich ja trotz Sauger recht viel Speichel im Mundraum ansammelt, der dann schwierig zu Schlucken war.

Tabletten…auch so ein Thema. Ich muss seit der Geburt meines Sohnes täglich Schilddrüsentabletten einnehmen. Ok, die sind recht klein, das ging soweit, doch größere Tabletten waren eine echte Herausforderung für mich.

Zwei Jahre herrschte die Phagophobie über mich. Nahm mit aller Gewalt Besitz von mir ein und ich fand keinen Ausweg aus dieser brutalen Angststörung. Heute jedoch bin ich wieder gesund – Gott sei Dank! Doch wie kam es dazu?

Mein damaliger Partner, der Vater meines Sohnes, trennte sich Anfang 2013 von mir. Das war so ein großer Schock für mich und resultierend aus diesem Trennungsschmerz wurde ich mir selber egal. Egal, ob ich sterbe oder nicht. Somit konnte ich wieder anfangen zu Essen. Ein Trauma löste also das nächste ab.

Naja, Essen blieb weiterhin ein Problem. Nun jedoch aus dem Grund, weil mein Appetit abhanden ging vor lauter Kummer. Aber wenn ich aß, dann gingen jetzt nach und nach wieder all die Speisen, die zuvor Angst gemacht hatten.

Man sagt, dass Menschen die von ihrer Psyche her eh schon labiler sind und somit auch leichter zu einer Angststörung tendieren als andere, dass diese auch eher an Phobien erkranken können. Auch bei mir war es so, dass ich schon so lange ich denken kann unter Ängsten jeglicher Art gelitten habe.

Viele Dinge und Erlebnisse hatten sich bei mir aufgebaut. Es war wie: immer noch mal ein Stein drauf auf den Stapel. Für Verarbeitung blieb mir eigentlich nie Zeit. So stapelte und stapelte es sich.

Seit der Geburt meines Sohnes, drei Jahre zuvor, litt ich ja eh schon täglich unter Todesangst. (Dieses Thema könnt ihr übrigens hier genauer nachlesen). Ich war rundherum tief traurig und unzufrieden. Meine Seele war wahrscheinlich ziemlich verkümmert deswegen. Irgendwann sagte sie sich dann am besagten Abend im Januar:

„So, jetzt reicht es. Wenn Nicole es nicht schnallt, dass sie was ändern muss, dann brauch sie es wohl knallhart körperlich. Der verpassen wir jetzt eine und ab sofort soll sie nicht mehr essen können. Dann sieht sie mal, wie das ist, wenn nichts mehr rein geht – wenn etwas voll bis oben hin ist.“

Mir war das vom Verstand her alles klar, aber was sollte ich denn noch machen? Ich war damals bereits wegen meinen Ängsten in Therapie, trotzdem wurden diese nicht besser.

Meine Therapeutin meinte immer  – und sie war fachlich als auch menschlich wirklich eine Gute: „Frau Morgenstern, mit dem Kopf verstehen sie alles, nur muss es auch in ihr Gefühl rutschen.“

Und sie hatte Recht! Ich wusste um die Umstände, warum ich Angst hatte, aber ich versuchte halt alles mit dem Verstand lösen zu wollen. Dabei ging es darum, dass ich alles mit dem Herzen, dem Gefühl in die Auflösung bringen musste. Doch in fand den Zugang dazu nicht. Erst Jahre später, als ich mich eben mit den universellen Gesetzen, der Spiritualität auseinandersetzte, da fing ich an zu begreifen und meine Ängste in die Auflösung zu bringen.

Diese schreckliche Phobie, diese furchtbare Angst sich Verschlucken zu können, finden fruchtbaren Boden in einem, weil man das Vertrauen in sich selbst verloren hat. Das eigene Ruder wurde aus der Hand genommen und man ist damit nicht mehr der Kapitän auf seinem eigenen Lebensschiff.

Das weiß ich heute, aber damals wusste ich das so nicht. Und bei mir verschwand die Phobie ja nur, weil ich so geschockt über die Trennung und ich mir im Zuge dessen so egal war. Nun fand ein neuer Überlebenskampf statt, nämlich der, nicht an dem Schmerz des Verlustes zu sterben. Aber das ist eine andere Geschichte 🙂

Fast Jede körperliche Erkrankung kann man symbolisch übertragen

Habe ich Ohrenschmerzen und der Arzt findet nicht wirklich was gravierendes, dann könnte ich mich mal hinterfragen, was ich denn eigentlich nicht hören möchte? Wo ist es mir zu laut? Wo finde ich vielleicht kein Gehör?

Rückenschmerzen sind auch so ein Paradebeispiel: Welche Last ist mir zu schwer? Wo habe ich mir zu viel aufgeladen?

Tja, und bei mir war es eben das Schlucken. Es ging nichts mehr in mich rein. Ich konnte nichts mehr Schlucken an Problemen, Differenzen. Das Maß war voll.

Aber ganz tief drunter steckte eigentlich eine regelrechte Lebensangst, die mich in den Modus einer „Scheintoten“ versetzte. Oder war es doch mehr der Hunger nach Leben? Ich war hungrig und konnte mich nicht sättigen. Und genau dieses wollte mir meine Seele endlich bewusst machen. Mich mit der „Nase draufstupsen.“ So, wie man es früher mit einem Welpen gemacht hat, indem man ihn mit seiner kleinen Schnauze in seinen eigenen Urin gedrückt hat, damit dieser schnallt, dass er nicht in die Wohnung pinkeln darf.

Und wieviel plastischer hätte mir meine Seele eigentlich noch zeigen können, dass ich inneren Hunger habe, als dass sie mir wirklich eine Erkrankung an den Hals packte, wo ich wirklich kurz davor war zu verhungern. Intelligent, oder ?

Glaubt mir, diese Geschichte von mir Öffentlich zu machen, das kostet mich auch heute noch Überwindung. Aber ich bringe diesen Mut auf, um andere darauf Aufmerksam zu machen, dass wir behutsam mit uns, mit unserer feinen, lieben Seele umgehen müssen. Dass jeglicher Ballast abgeworfen gehört, der uns krank macht. Und dass es hin und wieder ganz heilsam ist, wenn man innerlich aufräumt.

Hört niemals auf, diesen Hunger nach Leben zu stillen. „Füttert“ euch gut – werdet satt.

Der weitere Grund, warum ich von meiner grausamen Phobie berichte ist der, dass ich ebenfalls Betroffenen Mut machen und Zuversicht geben möchte, dass die Phagophobie zu besiegen ist. Und dass auch anderes seelisches Leid in die Auflösung gehen kann – das es möglich ist.

Aber das Beste ist natürlich, dass man es gar nicht erst soweit kommen lässt, dass man krank wird. Deshalb:

Achtet euch selbst! Lasst nicht über eure Grenzen gehen! Verabschiedet euch von Menschen, die eurer Seele Schaden bringen! Geht raus aus Situationen, die euch nicht gut tun!

Denn du alleine bist in deinem Leben der wichtigste Mensch!

Vielleicht hat der ein oder andere von euch Lesern ja auch den Mut, im Kommentar von seinem Seelenleid  zu erzählen. Oder eventuell seid ihr auch von einer Phobie betroffen und mögt berichten ?!

Ansonsten können mich Phagophobiker auch gerne unter meiner Mailadresse kontakieren, welche im Kontakt hinterlegt ist, falls ihr noch Fragen an mich haben solltet oder Tipps, einen Ratschlag benötigt. Nur Mut 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Steh zu deiner Verantwortung

Bevor ihr anfangt zu lesen muss ich euch warnen!

Im Verlauf des Beitrags werden euch um die 20x das Schimpfwörter ‚A….loch‘ um die Augen geklascht. Und ganz ehrlich: Das ist auch genauso von mir beabsichtigt!

Wem das zu viel ist, der braucht gar nicht erst weiterlesen. Für all die anderen sei gesagt, dass ich dieses Wort bewusst so plakativ benutzt habe, um zu verdeutlichen, was ein Mensch der sich wie ein Arsch benimmt bei uns anrichten und welche Spuren er mit seinem Verhalten bei uns hinterlässt.  „Steh zu deiner Verantwortung“ weiterlesen

Weibliche Lust ab 40: sexy, wild und sinnlich! Oder etwa nicht?

 

Dieses spannende Thema greift Gela Löhr auf ihrer Seite lemondays.de im Rahmen einer wirklich sehr sinnlichen Blogparade auf und ich freue mich sehr, mit dabei sein zu dürfen.

Den ganzen November über -30 Tage lang- werden mutige Frauen über die weibliche Lust mit all ihren Facetten jenseits der 40 berichten. Gestern legte Anandi Iris Mittnacht  schon einen fulminanten Start hin, indem sie auf ihrer Seite wache-weiblichkeit.de einen tollen Artikel über die weibliche Energie und die eigenverantwortliche Lust veröffentlicht hat. Sehr spannend und lesenswert! 

Also Mädels: Let’s talk about Sex

Ich mag das Wort „Sinnlichkeit“!

Aber mich wirklich sinnlich fühlen, das tue ich mich erst, seitdem ich die Zahl vier vor Zahl Null stehen hatte. Inzwischen bin ich sogar schon über 50, aber immer noch jung genug um bereit zu sein, jederzeit unentdecktes Neuland zu betreten, was meine eigene Sexualität angeht.

Sex fand ich schon immer gut, aber irgendwie auch nur so Okay. Doch heute ist das zum Glück anders. Ich weiß nun um meine Bedürfnisse und wie ich diese ausleben möchte.  „Weibliche Lust ab 40: sexy, wild und sinnlich! Oder etwa nicht?“ weiterlesen

Schubladendenken

Warum neigen wir Menschen eigentlich dazu, dass wir so oft den Drang verspüren, andere Personen oder Personengruppen in die berühmte „Schublade“ packen zu wollen?

Meine Antwort und Haltung dazu ist, dass wir es aus Angst und Bequemlichkeit machen.

Mehr oder weniger halten wir uns ja alle gerne in der eigenen „Komfortzone“ auf und tun uns schwer damit, auch nur einen Schritt dort raus zu wagen. Zufrieden sind wir eigentlich nicht wirklich, aber verändern tut mitunter weh, weil es bedeuten könnte:  „Schubladendenken“ weiterlesen

Die Sache mit dem Sauerstoff

Vor ein paar Jahren stellte mir mal eine sehr kluge Frau folgende Frage:

„Nicole, wenn du dich gemeinsam mit deinen Kindern im Flugzeug befindest und auf einmal gerät dieses durch einen Druckabfall in Not, die Sauerstoffmasken klappen herunter. Was tust du als erstes?“

Ohne lange zu zögern lautete meine Antwort, dass ich unmittelbar und direkt meinen Kindern dabei behilflich sein würde, ihnen ihre Masken aufzusetzen, damit sie sicher versorgt sind.

„Falsch“ unterbrach mich die kluge Frau und meinte, dass das genau die verkehrte Art sei zu reagieren. Ich guckte sie an und dachte…“Spinnt die jetzt total“  „Die Sache mit dem Sauerstoff“ weiterlesen

Was hat der Paketbote mit Resonanz und Erwartungshaltung zu tun?

Ich hatte mir neulich über ein Portal ein Buch bestellt. Fix von mir bezahlt, erhielt  ich im Anschluss gleich eine Email der Verkäuferin, dass sich das Buch schon morgen auf den Weg zu mir machen würde – ich war begeistert!

In freudiger Erwartung sehnte ich nun den DHL-Boten herbei, der mir meine Sendung mit dem Buch ins Haus bringen würde.

Und tatsächlich klingelte fast jeden Tag ein dementsprechender blau-gelber Bote bei mir an der Tür. Doch immer war die Enttäuschung danach bei mir riesengroß, weil jedes Mal nur Päckchen für die Nachbarn bei mir abgeliefert wurden und ich leer ausging.  „Was hat der Paketbote mit Resonanz und Erwartungshaltung zu tun?“ weiterlesen

Herzschmerz

Selbst im Erwachsenenalter macht der blöde Herzschmerz uns noch zu schaffen. Hat keinen Respekt vor irgendeiner Zahl in unserem Personalausweis. Und er trifft uns auch dann, wenn es von den Lebensumständen her eigentlich so gar nicht passt. Man kann sich nur schlecht dagegen wehren, selbst wenn der Kopf mit anderen Dingen voll ist. Wir zum Beispiel gerade erst einen neuen Job angefangen haben und unsere volle Konzentration eigentlich darauf ruhen sollte. Oder aber die Einschulung des Kindes steht bevor, der erste Kindergartentag ist nicht mehr fern, Geburtstage wollen gefeiert werden.

Das Herz schmerzt, die Seele schreit, und am liebsten wollen wir nur im Bett liegen und uns die Decke über den Kopf ziehen. Sich unsichtbar machen, weil das Lächeln nicht über unsere Lippen huschen kann. Wir nur noch weinen möchten oder aber all das Leid herausgeschrien werden will.

„Herzschmerz“ weiterlesen

Nutze die Chance – der richtige Zeitpunkt

Es ist nie der richtige Zeitpunkt

Es ist nie der richtige Tag

Es ist nie alles gesagt

Es ist immer zu früh

 

Weil wir oftmals die Chancen, die sich uns bieten, nicht nutzen und an uns vorüberziehen lassen. Weil wir aus Angst stumm sind.

Deshalb wird es nie einen Trost geben und du wirst dich niemals vorbereiten können, denn es wird dich immer unerwartet treffen.  „Nutze die Chance – der richtige Zeitpunkt“ weiterlesen

Und auf einmal steht Beate vor der Tür

Eine gute Freundin von mir ist derzeit im 6. Monat schwanger. Je näher der Geburtstermin heranrückt, desto mehr macht sie sich Gedanken darüber, wie ihre 2- jährige Tochter auf das kommende Geschwisterchen reagieren, und wie groß die eventuelle Eifersucht sein wird.

Vielleicht können wir Erwachsene ein wenig erahnen, wie es den kleinen Würmern gehen mag, wenn ihre Alleinherrschaft beendet und zukünftig zu zweit Daheim regiert wird. Doch wie es wirklich in Kind Nummer 1 aussieht, wissen wir natürlich nicht. Wir hoffen einfach auf das automatische Einsetzen der Geschwisterliebe.

Bei ihrer letzten Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt sprach meine Freundin mit Selbigen über das Thema Eifersucht. Dieser sagte dann zu ihr:

„Stellen Sie sich mal vor, Ihr Mann kommt heute Abend nach Hause und hat eine fremde Frau dabei. Gut gelaunt sagt er dann: Hallo Schatz, das ist Beate und die wohnt ab heute bei uns. Und die hab ich übrigens genauso lieb wie dich!“  „Und auf einmal steht Beate vor der Tür“ weiterlesen